Trainer und Schiri. Frauenfußball / Gottfried Jelinek (46) ist der neue Trainer beim SV Horn. So nebenbei ist er auch noch Schiedsrichter im Unterhaus.

Erstellt am 07. August 2013 (00:00)
Von Bernd Dangl

Ein Trainer, der versucht die Schiedsrichter zu verstehen? Ein Schiedsrichter, der es versteht, wenn ihn ein Trainer in einem emotionalen Anflug kritisiert? Gibt‘s das? Oder ist das doch ein Ding der Unmöglichkeit?

„Nein!“, sagt Gottfried Jelinek. „Denn kein Schiedsrichter macht einen Fehler absichtlich!“ Der 46-Jährige muss es wissen. Denn er übt beide Funktionen aus. Seit mittlerweile zwei Jahren ist er als Schiedsrichter tätig, pfeift dabei die 2./3. Klasse. „Viel mehr wird aufgrund der Altersregelung auch nicht mehr drinnen sein.“ Egal, denn Zeit hat er seit Neuestem sowieso nicht mehr so viel am Wochenende: Jelinek erbte von Patrik Zelinsky den Posten als Trainer des Frauenteams des SV Horn. „Sportchef Willi Schuldes ist an mich heran getreten und hat mich gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Nach einer kurzen Nachdenkpause habe ich zugesagt.“ Denn eigentlich hätte Jelinek nicht mehr damit gerechnet, noch einmal auf die Trainerbank zurück zu kehren.

Jetzt ist die Freude auf die bevorstehenden Aufgaben aber riesengroß: „Ich habe einen super Draht zu den Mädels.“ Denn aufgrund einer durchwachsenen Vorbereitung (einige Gegner sagten kurzfristig ab) mit nur zwei Testspielen, improvisierte der Trainer und entführte seine Truppe zum Teambuilding, das folgendermaßen aussah: „Tretbootfahren am Stausee Ottenstein, danach baden und dann gemeinsam Essen.“ Den Mädels hat‘s Spaß gemacht, dem neuen Trainer auch. „Auch so etwas gehört zu einem funktionierenden Team dazu.“

Dazu zum Fußball gehören auch Verletzungen. Davon kann Jelinek bereits vor dem Saisonauftakt (Samstag, 14 Uhr in Erlaa) ein Lied singen: Kapitänin Karina Bauer verletzte sich beim Test in Furth schwer und fällt mit einem Kreuzbandriss für den Rest der Herbstsaison fix aus. Ebenfalls mit demselben Leiden konfrontiert ist Lucie Florkova. Die Slowakin steht ebenso erst wieder im Frühjahr zur Verfügung.

Jelinek ist sich sicher: „Auch, wenn der Herbst aufgrund der personellen Lage noch schwer wird: Mit dem Abstieg werden wir sicher nichts zu tun haben.“