Tischtennis-Ass und Skifahrer jubelten bei Sportlerwahl. Korneuburger TT-Nationalteamspielerin KarolineMischek und FIS-Rennfahrer Tobias Neumann aus Leobendorf siegten.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 02. März 2021 (17:03)

Die Sieger der NÖN-Sportlerwahl 2020 im Bezirk Korneuburg stehen fest: Während bei den Damen Karoline Mischek mit 9.432 Stimmen nur knapp vor Schwimmerin Nina Gangl gewann, setzte sich Tobias Neumann bei den Herren mit 7.429 relativ deutlich durch. Gemeinsam sind ihnen Freude und Stolz über diese Auszeichnung.

Tischtennis-Nationalteamspielerin Mischek war überglücklich, denn nominiert war die 22-Jährige schon einmal, doch erst jetzt reichte es zum Sieg: „Ich habe bis zum Schluss gezittert“, strahlte die gebürtige Korneuburgerin im NÖN-Gespräch. Wer aller abgestimmt hat? „Freunde, Familie, die ganze Tischtennis-Community und natürlich auch ich selbst (lacht).“

Weltrangliste: Top 100 sind jetzt im Visier

Besondere Unterstützung erhielt sie auch von ihrem Stammverein ATUS Langenzersdorf, wo Obmann Markus Geineder kräftig die Werbetrommel für Mischek rührte. Ihr Erfolg ist auf jeden Fall hochverdient: Sie steht vor dem Durchbruch in den Top 100 der Weltrangliste, zeigte im Herbst und diesen Frühling ihre Klasse, lag in der Einzelrangliste der 1. Frauen-Bundesliga für ihren Verein Linz AG Froschberg weit vorne – und ist momentan auf dem Weg nach Doha, wo seit diesem Mittwoch die Qatar Open stattfinden, das erste internationale Top-Turnier 2021. Seit fünf Jahren wohnt Mischek in Linz und kann dank der finanziellen Unterstützung des österreichischen Bundesheers professionell trainieren. Im Normalfall trainiert sie zweimal täglich jeweils zweianderthalb Stunden Tischtennis, dazu kommt zwei- bis dreimal in der Woche Fitnesstraining. „In den letzten Monaten habe ich aufgrund der Wettkampfpause meinen Fokus auf den Aufbau gelegt und jeden Tag neben Tischtennis an meiner Kraft, Schnelligkeit oder Ausdauer gearbeitet.“

Zum Tischtennis ist die ehemalige Langenzersdorfer Spielerin nur durch Zufall gekommen: Mit sieben Jahren wurde sie in ihrer Volksschulklasse zu einem Schnuppertraining beim Verein Union Korneuburg eingeladen. Man erkannte ihr Talent und lud sie ein, wiederzukommen. Da sie ohnehin auf der Suche nach einem weiteren Hobby war, entschied sie sich, es einmal mit Tischtennis zu probieren. Seitdem ist sie dabeigeblieben – mit Erfolg, für sie und das österreichische Damentischtennis.

Liebevoll hielt auch Ski-Ass Neumann seine goldene Siegerplankette nach der Übergabe in den Händen: „Ein perfekter Schlusspunkt meiner sportlichen Karriere“, meint der 20-Jährige, der in Zukunft seinen Fokus auf die Berufsausbildung legen will. Dabei gewann der Leobendorfer Anfang des Vorjahres in Tschechien sein allererstes FIS-Rennen im Slalom, als erster Weinviertler überhaupt.

Nur knapp langsamer

als Mickaela Shiffrin

Bei einem weiteren Rennen in Polen sorgte er für Aufsehen, als er seinen Stock verlor und dennoch auf Platz eins fuhr. Beachtlich auch sein Auftritt beim Weltcup am Semmering: Als Vorläufer im RTL der Damen war der 20-Jährige nur etwa 1,3 Sekunden langsamer als USSuperstar Mickaela Shiffrin. Stichwort Semmering: Dort beendete er als Vorläufer auch offiziell seine Karriere. „So schließ sich der Kreis“, meint Neumann augenzwinkernd.

Jetzt will er seit Montag zu neuen Höhenflügen ansetzen – wortwörtlich, ist Neumann doch seit 1. März beim Bundesheer, wo er nach seiner Grundausbildung eine Karriere als Hubschrauberpilot anstrebt und eines Tages einen Rettungshubschrauber fliegen will. Von der Piste in luftige Höhen – auch das ist ein Aufstieg ...