Ärger bei Oilers: Eis in Stockerau nicht fertig!

Erstellt am 23. November 2022 | 03:05
Lesezeit: 4 Min
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Wann gibt es wieder Meisterschaftsaction in Stockerau? Aktuell heißt es noch „Bitte warten“ für die Stock City Oilers ...
Foto: Christian Sturm
Der Eissport-Verein in Stockerau ist sauer auf die Gemeinde: Der Eislaufplatz ist noch immer nicht bereit zum Spielen oder Trainieren.

Eigentlich wollten die Stock City Oilers am vergangenen Wochenende ihre ersten Spiele auf dem heimischen Stockerauer Eislaufplatz absolvieren – aber es blieb beim „eigentlich“, denn die Gemeinde gab kein grünes Licht für den Start der Kühlanlagen. Und das, obwohl auf der Website der Gemeinde der 20. November als voraussichtlicher Eröffnungstermin genannt wurde.

Tullner Freunde als Helfer in der Not

Somit musste Obmann Christian Prerauer – wie so oft in letzter Zeit – improvisieren und die Spiele seiner Mannen nach Wien verschieben. In Sachen Training half der EHC Hummels Tulln aus, der die Kampf- und Nachwuchsmannschaften aus der Lenaustadt auf seinem Eis trainieren ließ. „Ein großes Dankeschön dafür, da sieht man wieder, dass die Eishockey-Familie zusammenhält, obwohl wir Gegner sind“, freute sich Prerauer.

Ihn ärgert die mangelhafte Kommunikation seitens der Gemeinde: „Es ist kein Problem, wenn man uns sagt, dass der Termin (20.11., Anm.) nicht eingehalten werden kann, im Sommer hat man uns durchaus gesagt, dass es später werden könnte. Aber in den letzten Wochen einfach nichts zu sagen und zu machen, finde ich nicht okay. Denn ich musste ja Ausweichtermine für Spiele und Trainings in anderen Hallen oder Orten finden. Und das kostet uns natürlich auch Geld.“

Zudem sorgte es für Unmut in der Stockerauer Eishockeyszene, geharnischte E-Mails und Beschwerden trudelten in der Gemeinde ein – auch von Eltern von Kids der Stock City Oilers. Das Telefon von Gerald Moll, Gründer des Eissportvereins, glühte in der Vorwoche: Die Schulen erkundigten sich, wann das Eis laufen möglich sei, und Mitglieder waren besorgt, weil Gegner schon auf Eis trainieren können und damit im Vorteil sind.

Moll ärgert sich: „Wir sind die Letzten“

„Stockerau ist ... ich will nicht sagen das Letzte, sondern: Wir sind die Letzten“, sagt Moll. Er sehe ein, dass die Witterung zuletzt nicht unbedingt mitgespielt habe, „aber man muss sich schon fragen: Warum haben es alle anderen geschafft?“ Das Argument der Energiekosten lässt er nicht gelten.

Moll hat sich den Rechnungsabschluss 2021 angesehen: Die Einnahmen übersteigen die Stromkosten für die Eisaufbereitung um mehr als das Zehnfache. „Da frage ich mich als Kaufmann, ob ich mich nicht bemühen muss, den Eislaufplatz früh zu öffnen. Man verliert Einnahmen, wenn man nicht zeitgerecht anfängt.“ 30.000 Benutzer werden in der Stadt pro Saison verzeichnet.

Was sagen Bürgermeisterin Andrea Völkl und Sport-Stadtrat Herbert Pohl dazu? „Mit einer guten Planung hätten wir in den Herbstferien beginnen können“, ist Pohl überzeugt. Für unzureichend hält er den Kontakt der Stadtgemeinde zu den Vereinen. Und er schlägt vor, die Photovoltaik-Planungen für das Erholungszentrum auf den Eislaufplatz auszuweiten, um Strom gewinnen und mit der Überdachung die direkte Sonneneinstrahlung aufs Eis verhindern zu können, „das verlängert die Saison“.

Völkl zielt auf „vertretbaren Energieaufwand“ ab

Die Stadtgemeinde wolle Sport und Bewegung auf Eis ermöglichen, „aber unter der Voraussetzung, dass in Hinblick auf den Energieverbrauch der Start-Zeitpunkt so gewählt sein muss, dass in der Vorlaufzeit ein Abkühlen des Platzes und der Aufbau der Eisfläche einen sinnvoll vertretbaren Energieaufwand bedeuten“, sagt Bürgermeister Andrea Völkl. Sie verweist auf das Alter der Anlage: Bei einer durchschnittlichen Tagesaußentemperatur von zehn bis zwölf Grad Celsius sei der Eisaufbau technisch schwierig; woanders werde etwa mit Grundwasser gearbeitet.

Die „Planungsunschärfen“ seien nicht beabsichtigt gewesen, die Gemeinde führe Gespräche mit Obmann Prerauer. Der Saisonstart soll nun am 28. November erfolgen, wenn „kein unerwarteter Warmwettereinbruch erfolgt“.