Christian Magadits: Daumen drücken für Amerika. Christian Magadits legte mit „24 Stunden Burgenland“ los und will zum Badwater Ultramarathon.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 05. Februar 2020 (02:27)
Will wieder beim härtesten Lauf der Welt an den Start gehen: Christian Magadits.
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Kurze Rückblende: Im vergan genen Juli schaffte es Christian Magadits, den Badwater Ultramarathon, den wohl härtesten Extremlauf der Welt, in 32 Stunden, 31 Minuten und 44 Sekunden zu finishen. Der 48-jährigen Enzersfelder erlitt dabei auf der 135 Meilen (Anm.: 217,26 Kilometer) langen Strecke Höllenqualen, von 50 Grad im Death Valley ging es bis auf 2.530 Meter Höhe auf den Mount Whitney in Kalifornien. Trotzdem will er dieses exklusive Rennen, bei dem es eine streng limitierte Anzahl von Startplätzen gibt, auch 2020 in Angriff nehmen.

Dafür gibt es bis 7. Februar noch eine Bewerbungsphase, ehe eine vierköpfige Jury am 15. Februar bekannt gibt, wer ein Ticket für den Badwater bekommt. Allerdings gibt es seit diesem Jahr verschärfte Quali fikationsrichtlinien, unter anderem muss auch ein 50-Meilen-Lauf absolviert werden. Das nahm Magadits zum Anlass, um die „24 Stunden Burgenland Extrem Tour“ in Angriff zu nehmen.

„Es gibt schönere Sachen im Leben.“Ultraläufer Christian Magadits über den Start bei minus drei Grad und eisigem Gegenwind

Dabei handelt es sich um einen rund 120 km langen Ultramarathon im Burgenland um den Neusiedler See ohne Wettkampfcharakter. „Da es keine offizielle Zeitnehmung gibt, habe ich alles mit meinem Garmin-Navigationssytem gestoppt und die Veranstalter danach um ein Zertifikat gebeten, damit ich bei der Jury des Badwater Eindruck schinden kann (lacht)“, wurde Magadits kreativ.

Trotz seiner Erfahrungen in Amerika, war auch das Burgenland geistig und körperlich eine Herausforderung. Start und Ziel war in Oggau, wo es um 4.30 Uhr morgens losging, bei minus drei Grad und eisigem Gegenwind. „Es gibt schönere Sachen im Leben“, meinte der Weinviertler nur lakonisch. Dennoch ging es die ersten 30, 40 Kilometer gut, die Labestationen taten ihr übriges, dass der Routinier gut in die Gänge kam.

Bei Kilometer 60, 70 herum erreichte Magadits laut eigener Aussage aber „meinen Tiefpunkt. Ich habe die Kälte gespürt.“ Doch er bekam Verstärkung von zwei Teamkameraden, und plötzlich lief es wieder besser. Die letzten Kilometer wurde es sogar so gut, dass er noch einmal neue Körner fand und schlussendlich in 11:34:57 Stunden die Ziellinie überquerte. „Am Ende waren es wieder knapp sechs Minuten pro Kilometer, ich denke, das kann sich sehen lassen“, war er berechtigterweise stolz.

Jetzt heißt es einmal die Füße hochlagern und auf die Entscheidung warten, ob er im Juli wieder in den Westen der USA fährt. Wenn nicht, geht laut Magadits „die Welt auch nicht unter, schade wäre es aber trotzdem.“ Einen Plan B hat er ohnehin in der Schublade: Zur selben Zeit würden in Bad Blumau die österreich ischen Staatsmeisterschaften im 24-Stunden-Lauf auf dem Programm stehen. „Das wäre eine nette Alter native. Nur dort möchte ich nicht nur einfach mitlaufen, sondern ganz vorne dabei sein“, meint Magadits selbstbewusst. Mit anderen Worten will der ausdauernde Enzersfelder – im Gegensatz zum Badwater – nicht einfach nur ins Ziel.