Stockerauer Tischtennis-Cracks nun doch Meister. Das Berufungsgericht des Verbandes erklärte die Lenaustädter nun doch zum Champion. Während sich der UTTC mit seinem sportlichen Leiter Stanislaw Fraczyk (am Bild) im Recht sieht, sprechen die Linzer von Ungerechtigkeit.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 21. August 2019 (02:55)
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Fühlt sich bestätigt: UTTC-Manager Stanislaw Fraczyk.

Die positive Nachricht erreichte Stanislaw Fraczyk, den sportlichen Leiter des UTTC Stockerau, am vergangenen Dienstagabend im polnischen Krakau, wo er auf Heimaturlaub weilte: Das ÖTTV-Berufungsgericht erklärte die Stockerauer nun doch zum österreichischen Meister 2018/19, nachdem in erster Instanz die SPG Linz zum Titelträger gekürt wurde (Anm.: Hintergrund siehe ganz unten).

„Da habe ich gleich ein paar Schnaps trinken müssen (lacht). Im Ernst, ich denke, die Gerechtigkeit hat gesiegt. Die letzten Wochen und Monaten waren sehr, sehr hart für mich“, erinnert sich Fraczyk, der sogar über seinen kompletten Rückzug vom Tischtennissport nachdachte.

In diesem Urteil wurde nun noch einmal bestätigt, was Fraczyk und Co. schon beim Bundesligafinale wussten – nämlich, dass das Eingreifen des Oberschiris nicht regelkonform war. So groß wie die Freude über den Titel ist aber auch die Enttäuschung über den Verband: „Was da alles abge laufen ist, das ist für mich der wirkliche Wahnsinn. Wirklich feiern werden wir jetzt nicht mehr, nur im kleinen Rahmen“, meint Fraczyk.

Gang nach Lausanne als letzte Option für die Linzer

Ist die leidige Causa damit erledigt oder können die Linzer ihrerseits noch einmal Protest einlegen? Sportjurist Manfred Dimmy aus Stockerau, der die Lenaustädter in diesem Fall auch vertritt, meint dazu: „Nein, die einzige Möglichkeit wäre der Gang zum internationalen Sportgerichtshof nach Lausanne. Aber das ist mit großen Kosten verbunden und will wohlüberlegt sein.“

In der oberösterreichischen Landeshauptstadt schäumt man vor Wut: „Dieses Urteil ist eine Farce“, ärgert sich Manager Robert Renner und will sich noch nicht geschlagen geben. Da die Verbandsinstanzen aber ausgeschöpft sind, über legen nun die Linzer ihrerseits den Gang nach Lausanne.

Für Dimmy, der selbst 20 Jahre lang im Berufungsgericht saß, zeigt diese Rea ktion, dass es hier nicht nur um juristische Feinheiten geht: „Hier spielten meiner Meinung nach auch sportpolitische Bestrebungen eine Rolle. Ich denke, hier sollte Stimmung erzeugt werden in der Hoffnung, dass man damit durchkommt. Ich bin froh, dass unsere Begründung Anklang gefunden hat.“