Brückler greift bei Skateboard-Debüt in Trickkiste. Julia Brücklers Reise zu den Olympischen Spielen führte konkret von Texas über Los Angeles nach Tokio. Den Umweg über die USA hatte die gebürtige Gerasdorferin aber schon vor fast drei Jahren gewählt, findet sie doch dort normalerweise sehr gute Trainingsbedingungen in der neuen Olympiasportart vor.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 23. Juli 2021 (05:00)
Olympische Ringe Symbolbild
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Corona machte alles schwieriger, trotzdem klappte es mit dem Japan-Ticket. Der Park ist größer als ihr bisher Bekanntes, im Training wird die Street-Linie erarbeitet.

An nur einem Tag werden am Montag Vorkampf (02.00 Uhr MESZ) und Finale abgehalten (05.25). "Das hat was Positives, es ist ein Tag, an dem es drauf ankommt. Normalerweise wird es immer aufgeteilt, aber da sind 100 Teilnehmerinnen, hier sind es nur zwanzig", sagte die 31-jährige Brückler in Tokio zur APA - Austria Presse Agentur. Mittlerweile ist das Feld noch um eine Boarderin minimiert, die Niederländerin Candy Jacobs gab einen positiven Coronatest ab.

In fünf Trainingssessions hat Brückler Zeit, sich ihre Tricks zurechtzulegen, so viele Möglichkeiten zum Testen gibt es üblicherweise bei den Contests nicht. "Hier kannst du es am Beginn ein bisserl gemütlicher angehen, einfach Spaß am Skateboard haben. Dann bekommst du eine Idee, was du machst und übst genau das", erklärte die Europameisterin von 2018.

Der Größe des betonierten Skateparks überraschte sie, an Hindernissen wie Rails, Stairs, Hubbas und Quarterpipes gilt es Tricks zu zeigen. "Ich habe kein konkretes Ziel. Ich will die Sachen schaffen, die ich mir vornehme. Das ist das Einzige, worauf ich Einfluss habe, das ist mein Ziel." Topfavoritin auf Gold ist die Brasilianerin Pamela Rosa. "Sie ist eine ganz Liebe, sie gewinnt viel und ihr liegen diese Parks sehr."

Das Anlagendesign im Ariake Urban Sports Park gehört nicht unbedingt zu dem, was Brücklers Geschmack ist. Die Parks seien oft sehr gleich aufgebaut, das lasse weniger freies Gestalten zu. "Ich mag es, wenn man frei und ohne Vorgaben seine Kreativität ausleben kann." Doch das tue jetzt nichts zur Sache, sie nehme es, wie es komme. "Es ist eine der Herausforderungen, dass man sich mit dem Park arrangiert, auch wenn er einem nicht hundertprozentig entspricht, das ist okay so. Für jeden gibt es den einen perfekten Park. Jeder mag was anderes."

Drei Boards mit der gleichen Form hat sie im Gepäck, für Olympia wurde da nichts extra gemacht. "Ich nehme das Board, das ich immer nehme, kein spezielles. Es gibt verschiedene Breiten, Längen und Shapes, jeder hat seine Vorlieben." In der Qualifikation sind zwei Läufe je 45 Sekunden zu absolvieren, der bessere zählt. Im Finale sind es zwei Läufe plus fünf Versuche für Einzeltricks, die insgesamt vier besten Scores zählen. Dies nennt sich das 2/5/4 Format.