Lukas Pachner: Ab zur WM nach Amerika. Der Großrußbacher Lukas Pachner (27) meldete sich nach seiner schweren Hüftverletzung eindrucksvoll zurück und löste das Ticket für die Weltmeisterschaft in Park City.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 16. Januar 2019 (02:43)
FIS
In WM-Form. Snowboardcrosser Lukas Pachner (im roten Überziehleiberl) krönte sein fulminantes Comeback mit der Reise in die USA.FIS

„Ein mördermäßiges Weihnachtsgeschenk“ – so beschrieb der Großrußbacher Lukas Pachner seinen vierten Platz beim Snowboard-Weltcup im italie nischen Carezza kurz vor dem Heiligen Abend, denn dadurch löste er das Ticket für die Weltmeisterschaften in Park City in den Vereinigten Staaten, wo Anfang Februar die Titelkämpfe der weltbesten Snowboarder stattfinden.

Bereits Ende dieser Woche geht es für Pachner und Co. nach Übersee, wo sich der Snowboard-Crosser mit einem Trainingskurs auf den Punkt in Form bringen will.

„Mein größter Sieg ist ohnehin schon, dass ich dabei bin“

Für den gebürtigen Weinviertler, der für den Wiener Verein SU Kaltleutgeben an den Start geht, ist es der krönende Höhepunkt turbulenter zwölf Monate, die mit seinem schweren Sturz beim Weltcupfinale Ende März in der Schweiz ihren Anfang nahmen. Damals zog er sich eine Hüftluxation und einen Bruch der rechten Hüftpfanne zu. „Es war eine komplizierte Sache, auch weil das eine relativ seltene Snowboard-Verletzung ist“, wie Pachner weiß.

privat
Lukas Pachner

Wochenlang auf Krücken, wochenlang in der Reha – über den gesamten Sommer schuftete er für sein Comeback. Anfang Oktober ging es dann wieder auf Schnee; er nahm an allen Kursen teil, hatte aber natürlich einen ordentlichen Trainingsrückstand gegenüber seinen Teamkollegen aufzuweisen. „Das war nicht weiter schlimm, ich habe mich nur auf mich konzentriert. Am Anfang war nur noch nicht ganz klar, in welche Richtung es geht.“

Doch nach Einsätzen im Europacup und bei österreichischen Meisterschaften, wo Pachner sofort wieder vorne mitfahren konnte, ging es zum Snowboard-Cross ins eingangs erwähnte Carezza, wo er mit dem Top-fünf-Platz die Quali für die WM schaffte. „Natürlich war ich überrascht, eigentlich ist es ein Wahnsinn, wenn man darüber nachdenkt“, kommt Pachner selbst nicht aus dem Staunen heraus.

Was sind die Erwartungen im US-Bundesstaat Utah? „Ich sage einmal so, die Strecke liegt mir und ich könnte für eine Überraschung gut sein. Außerdem bin ich sicher der Österreicher, von dem aufgrund seiner Vorgeschichte am wenigsten erwartet wird. Mein größter Sieg ist ohnehin schon, dass ich dabei bin.“