Von Australien bis Stockerau. Ein großer Erfolg war der vom FAC Gitti City organisierte „1st Austrian Digital Aerobic Gymnastics Cup“.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 14. April 2021 (10:50)
Begeisterten die Zuschauer weltweit: Emma Klug, Luisa da Silva Moura und Katharina Wild vom FAC Gitti-City Stockerau.
ÖFT

Am Ostermontag ereignete sich der bislang zweitgrößte je in Österreich organisierte internationale Sportaerobic-Wettkampf: 461 Athleten aus vier Kontinenten und 16 Ländern beteiligten sich aktiv am „1st Austrian Digital Aerobic Gymnastics Cup“ – aber nur 34 von ihnen absolvierten ihre Küren wirklich in Österreich. Alle anderen waren weltweit via Internet zugeschaltet. Organisiert wurde das Ganze von der Gitti-City Stockerau rund um Chefin und ÖFT-Sportaerobic-Bundesreferentin Brigitte Scheidl.

Fünf der sechs Elitesiege (Einzel Frauen und Männer, Mixed Pairs, Trios, Gruppen) gingen an Frankreich, einer an Australien (Dance). Als Österreichs einzige Elitestarterin erreichte die Staatsmeisterschaft-2020-Dritte Paula Moser (T) im 30-köpfigen Einzelfeld mit 18.500 Punkten den achtbaren elften Rang. Der größte Erfolg aus Sicht des gastgebenden Vereins FAC Gitti City Stockerau gelang dem Unter-15-Trio Emma Klug, Luisa da Silva Moura und Katharina Wild mit einer weiteren Silbermedaille für Österreich.

Die Digital-Cup-Initiative von Scheidl kam in der Weltszene offensichtlich sehr gut an. Von Stockerau aus umgesetzt, klappte die von 9 bis 17 Uhr MESZ angesetzte YouTube-Live-Video-Übertragung fehlerfrei. Insgesamt waren mehr als 8.000 verschiedene Endgeräte als Zuseher dabei.

Ebenso gut gelang die Kommunikation der von ÖFT-Wertungsrichter-Chefin Helga Galvan von Tirol aus geleiteten und über die Kontinente verteilten Jury, die jede Übung zu bewerten hatte.

Sieben Jahre nach Lubi Gazovs Elite-Weltmeistertitel kämpft sich Österreichs Sportaerobic zurzeit ambitioniert zurück ins internationale Rampenlicht. „Ich bin jetzt ausgelaugt wie selten, doch der Aufwand hat sich gelohnt. Sportlich freut es mich besonders, dass alle unsere Jugend- und Junioren-WM-Kandidatinnen eine ausgezeichnete Leistung abgeliefert haben“, war Scheidl nach dem Wettkampf fix und fertig. „Vor Corona hätte wahrscheinlich noch fast jeder solch ein Wettkampf-Konzept für unsinnig und unnötig gehalten. Noch vor wenigen Jahren wäre es technisch außerdem unmöglich gewesen. Jetzt können wir froh sein, dass wir in Zeiten wie diesen wenigstens so für Aufmerksamkeit sorgen können.“

Rhythmische Sportgymnastik

Für Scheidl gab es aber noch einen weiteren großen Grund zur Freude – und zwar dank ihrer Enkelin Anna. Diese nahm in der Vorwoche an einem internationalen Wettkampf in Bulgarien teil, und zwar mit Österreichs neuer und ganz junger Nachwuchs-Nationalgruppe um Bravo Xenia Belschi, Adriana Fabiani, Angelika Matysek, Anja Müller, Julia Neumann und eben Scheidl.

Die rot-weißrote Auswahl machte ihre Sache bei ihrem allerersten „echten“ gemeinsamen Wettkampf sehr vielversprechend: Platz zehn (von 15) – und das trotz großer Nervosität und mit mehreren Patzern.

Warum das trotzdem aller Ehren wert war, erklärt die ÖFT-Sportdirektorin Gabriela Wel-kow Jusek: „Unsere Gruppe ist noch sehr jung, alle sind in den beiden jüngeren der drei Juniorinnen-Jahrgänge.“