Cupsieger! Kremser Jugend schlägt Ländle-Erfahrung. Die Kremser eroberten den achten Titel in der Klubhistorie, aber der Weg ist für die Moser-Boys heuer noch nicht zu Ende ...

Von Bert Bauer. Erstellt am 24. April 2019 (02:51)
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Obmann Josef Nussbaum und Lucijan Fižuleto, Kremser „Man of Match“ im Finale, stemmen nach dem Schlusspfiff die Siegestrophäe.

Zwei Tage nach dem Final-Erfolg über Bregenz realisierte auch Erfolgscoach Ibish Thaqi immer besser, was er und sein Team im Ländle geschafft haben: „Ich bin einfach nur riesig stolz auf meine Mannschaft. Sie hat Unglaubliches geleistet!“

Im Halbfinale wurde der Vorjahrescupsieger, die Harder Vollprofi-Truppe, richtiggehend vorgeführt, im Endspiel Bregenz in den letzten zwanzig Minuten cool auseinandergenommen.

„Man soll die Feste feiern, wie sie fallen“

„Natürlich waren die Burschen anfangs nervös, im Finish hatten wir aber in allen Belangen den besseren Atem“, analysiert Thaqi den Turnaround im Endspiel. „Jugend triumphierte über Erfahrung“ – treffender hätte ein Vorarlberger Journalistenkollege das Match nicht charakterisieren können. Und dann gab es für die Kremser kein Halten mehr ...

Ein Titel, der den Moser-Boys wie schon 2010 kaum jemand zugetraut hatte, wurde Wirklichkeit. Ein Titel, der die Klubphilosophie eindrucksvoll bestätigte und die Zweifler im Vorfeld der Saison Lügen strafte.

Bereits vor der Abfahrt zum Final Four hatte Ibish Thaqi wieder einmal eine Entscheidung getroffen, die sich als goldrichtig herausstellte. Günther Walzer, der bereits seinen Abschied vom rot-gelben Vollgas-Handball in Krems gegeben hatte und hobbymäßig in der Landesliga für die SG Langenlois/Krems aufläuft, wurde ins Ländle mitgenommen.

Als UHK-Abwehrstratege Gàbor Hajdu gegen Hard wegen seiner dritten Zwei-Minuten-Strafe endgültig von der Platte musste, sprang der Routinier in der Defensive für ihn ein und erledigte seinen Job vorzüglich.

„Man soll die Feste feiern, wie sie fallen“, war das Motto bei der anschließenden Players Party, in der es richtig rund ging und sich auch die Bregenzer als faire Verlierer präsentierten. Thaqi: „Eine junge Mannschaft versteht eben, die Feste zu feiern, wie sie fallen.“

Bregenz-Sportdirektor Roland Frühstück übte sich als Prophet: „Wir sehen uns im Meisterschaftsfinale wieder!“ Damit könnten die Wachauer wohl ganz gut leben ...

Einzige Leidtragende des unvergesslichen Abends: die Chauffeure mit Wolfgang Zupanac, die mit rund zweistündiger Verspätung den Bus Richtung Krems starten konnten.