Der Abschied eines Kremser Regisseurs. Georg Chalupa beendet nach Jahren als Kapitän des UHK Krems seine aktive Sportkarriere.

Von Verena Bauer. Erstellt am 11. Mai 2015 (09:04)
Schmerzhafter Abschied. Der langjährige Teamkapitän des UHK Krems, Georg Chalupa, beendet seine Karriere. Der längstdienende Spieler des Kaders will aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen kürzertreten.
NOEN, Horst Sommer

Die Personaldecke beim UHK Krems wird immer dünner: Kapitän Georg Chalupa verabschiedet sich von der Platte, die die Handballwelt bedeutet, und beendet seine aktive Karriere. In den letzten Jahren hatte er vor allem mit Verletzungen – unter anderem an der Achillessehne – zu kämpfen. „Die gesundheitliche und sportliche Rückkehr nach den Verletzungen hat Substanz gekostet. Nach vielen Jahren auf hohem Niveau ist es ein guter Zeitpunkt, um einen Schlussstrich zu ziehen“, so Chalupa. „Es war mir immer eine Freude und eine Ehre, in Rot-Gelb zu spielen.“

Chalupa spielte seit seiner Kindheit für den Kremser Traditionsverein und machte mit dem UHK alle Höhen und Tiefen mit. „Für mich ist der Abschied sehr emotional. Er ist ein wichtiger Baustein des Teams, hat einen tollen Charakter. Gemeinsam hat er mit der Mannschaft auch kritische Situationen gemeistert“, ist UHK-Obmann Josef Nussbaum sichtlich betroffen.

„Das Herz der Kremser Mannschaft“

„Georg war das Herz des Teams – da ist jetzt natürlich eine Lücke. Ich bedauere seinen Abschied immens, verstehe seine Gründe aber“, so Nussbaum. Ob Tobias Schopf, der während der Rekonvaleszenzphasen von Georg Chalupa als Kapitän fungiert hat, nun die Kapitänsbinde übernimmt, überliegt dem Kader. „Er bietet sich natürlich als Leistungsträger und Eigenbauspieler an; das ist aber Sache der Spieler.“

Neben Georg Chalupa wird auch Gerdas Babarskas in der nächsten Saison nicht mehr in der Sporthalle Krems zu sehen sein. Er hat sich dazu entschlossen, zum Bundesligisten Bietigheim zu wechseln, und fliegt in dieser Woche noch zum medizinischen Check nach Deutschland. „Das ist sportlich ein Verlust, wirtschaftlich wegen der Ablösezahlung aber nicht“, erklärt Nussbaum. „Gerdas war ein Goldgriff, und ich bin froh, dass sein letzter Vertrag mit einer Ausstiegsklausel abgeschlossen wurde.“ Der Rückraum der Kremser wird mit dem Transfer aber weiter geschwächt.