Der Favorit muss jetzt liefern. Die Wachauer sind zum Siegen verdammt, gehen aber mit breiter Brust in dieses Spiel.

Von Bert Bauer. Erstellt am 12. Mai 2021 (02:45)
: Bert Bauer, : Bert Bauer

KREMS - FERLACH, Mittwoch, 19 Uhr

Die Klubs scharrten bereits in den Startlöchern, bevor nun das Ausscheidungsrennen um den Titel in Angriff genommen wird.

Der UHK bestritt seine Generalprobe mit einem Match gegen Schwaz im oberösterreichischen Wels, wo sich beide Teams zum Probegalopp sozusagen in der Mitte trafen. Die Wachauer siegten mit 39:36, ein Ergebnis, das allerdings nebensächlich ist. „Unser gutes Offensivspiel hat durch die lange Pause nicht gelitten“, zeigte sich Trainer Ibish Thaqi zufrieden. „Aber im Defensivblock lief nicht immer alles rund.“ Das führt Thaqi auch darauf zurück, dass kein Akteur eine Verletzung riskieren wollte.

Was spricht nun für und was gegen die Kremser vor der ersten Viertelfinalbegegnung?

Statistik: Die Wachauer sind heuer noch ungeschlagen, haben mit der Heimkehr von „Sebo“ Feichtinger immens an Schlagkraft und Selbstvertrauen gewonnen. Die erste Partie in Ferlach wurde zwar noch verloren, aber damals war die Mannschaft noch mitten in ihrer Findungsphase.

Angeschlagener Gegner Ferlach plagen schon seit Wochen Verletzungssorgen. Wer von den Stammkräften Dean Pomorisac, Rok Golcar, Izudin Mujanović, Adonis Gonzalez, Mladan Jovanović und Simon Knapp im Viertelfinale wieder zur Verfügung stehen wird, kann man selbst im Lager der Ferlacher noch nicht beantworten.

Kremser Stärken Das Ensemble aus der Büchsenmacherstadt war der Wunschgegner von Trainer Ibish Thaqi, der sich bei der Auswahl auch mit seinen Spielern beraten hat. Zuletzt hat sich gezeigt, dass die Kärntner vor allem mit der ersten oder zweiten Welle des Gegners Probleme haben und zudem auch konteranfällig sind. „Wir müssen schnell unseren Spielrhythmus finden, Fehler im Angriff vermeiden und wieder stabil in der Deckung stehen“, gibt Trainer Ibish Thaqi grob die Marschroute zum Erfolg vor.

Heimvorteil. Auch (noch) ohne Fans im Rücken: Der UHK ist zu Hause wieder eine Macht.

Außenseiterrolle. Die Ferlacher können unbeschwert und ohne Druck in diese Auseinandersetzung gehen. Diese Bürde liegt eindeutig beim Gegner, was die Köpfe der Kärntner richtig frei machen könnte. Dazu Ferlachs Obmann Walter Perkounig: „Krems ist jenes Teams, das wir am wenigsten haben wollten. Wir wollen aber in der Wachau unbedingt zeigen, dass Trainer Ibish Thaqi die falsche Wahl getroffen hat. Es wird auch höchste Zeit, dass wir gegen die Niederösterreicher wieder einmal eine gute Leistung zeigen.“

Chamäleon. Für die Kremser war es schwer, sich im Vorfeld auf ihren Viertelfinalgegner so richtig einzustellen, da dessen Aufstellung aufgrund der zahlreichen Verletzungen bis zum Anpfiff ein Rätsel blieb.

Starke Tormänner. FC-Keeper Ziga Urbič hat im Laufe der Saison bereits mehrmals bewiesen, dass er heuer zu den stärksten Torleuten der Liga zählt. Auch sein Stellvertreter Florian Strießnig konnte sich schon mehrmals gut in Szene setzen. Das Duo könnte die heimische Angriffsmaschinerie durchaus ins Stottern bringen.

Trainerfuchs. Auf der Kommandobrücke sitzt mit Uroš Serbeć ein erfahrener Coach, der für die Kremser den einen oder anderen unangenehmen Schachzug auf dem Parkett im Talon haben könnte.