Hintergrund. Handball / ORF-Experte David Szlezak sprach mit der NÖN über das Nationalteam und die Zukunft des österreichischen Handballs.

Erstellt am 20. Januar 2014 (23:59)
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Von Hans-Peter Pressler

Österreichs Handballnationalteam hat sich mit dem Erreichen der Top 12 bei der EM in Dänemark in Europas Spitze behauptet. „Aktuell erntet Handball-Österreich die Früchte gezielter Arbeit, die vor zehn Jahren begonnen hat“, weiß ORF-Experte David Szlezak, der selbst 157-mal das rot-weiß-rote Trikot getragen hat: „Das Nationalteam hat seinen Höhepunkt erreicht.“

Leistungsträger wie Szilagyi, Ziura oder Marinovic blicken allerdings ihrem Karriereende entgegen. Dennoch befürchtet Szlezak keinen Absturz: „Es wird schwer, das Niveau zu halten. Wir müssen den Generationenwechsel schaffen. Dominik Schmied etwa kann in die Rolle eines Szilagyi wachsen. Für Österreich ist es nicht möglich, sich permanent für eine Endrunde zu qualifizieren. Aber wir können es schaffen, in regelmäßigen Abständen an Großereignissen teilzunehmen.“

Mit Neuhold, Feichtinger, Zupanac, Simek oder Seifried könnten für Szlezak auch aktuelle Kremser Akteure der goldenen Genera tion um Szilagyi nachfolgen: „Diese Spieler muss man hegen und pflegen, damit sie sich permanent weiterentwickeln.“

„In Österreich ist vieles möglich im Handball“ 

Nun gilt es, die mediale Präsenz sowie Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu nutzen, um den Handballsport nachhaltig zu stärken. „Österreich kann sich mit dem Selbstvertrauen aus den jüngsten Erfolgen eine eigene Identität aufbauen, etwa mit einer qualitativ hochwertigen Trainerausbildung.“

Auch der Nachwuchs und Sponsoren sollen im Soge des Erfolges angesprochen werden: „Die Unterschiede und Vorzüge des Handballs müssen herausgearbeitet werden, um jene zu erreichen, für die Handball Sinn macht“, weiß der EHF-Manager. „Es ist oft besser, bei einem HLA-Verein Hauptsponsor zu sein als bei der Wiener Austria die Nummer 27. In Österreich ist vieles möglich. Der Verband ist auf oberster Ebene gut aufgestellt. Es liegt aber auch im Eigeninteresse der Vereine, mit regionalen Modellen den Handballsport zu fördern.“

David Szlezak (39) analysiert als Experte die Handball-EM beim ORF.

Beruf: David Szlezak wurde am 19. April 1974 in Wien geboren. Nach Stationen in Krems, Stockerau und West Wien wechselte Szlezak nach Deutschland, wo er sieben Jahre für Göppingen, Balingen-Weilstetten und die Rhein-Neckar-Löwen aktiv war. In 157 Länderspielen erzielte der Rechtsaußen 667 Tore. Aktuell ist Szlezak als Manager der EHF-final4 tätig. Zudem fungiert er als Experte beim ORF.

Privat: Szlezak hat mit seiner Gattin Sonja zwei Söhne: Simon (3) und Samuel (1). Zurzeit ist die Familie in Oberbergern wohnhaft, aber gerade dabei, in Mautern ein Haus zu errichten.