UHK Krems: Bauchfleck nach dem Höhenflug. Ibish Thaqi, der seinem Team Arroganz vorwarf, hochkochen. Der Umfaller gegen Graz ließ die Emotionen bei Trainer

Von Bert Bauer. Erstellt am 05. November 2019 (02:55)
Horst Sommer
Schmerz, lass nach. Thomas Kandolf startete gegen die Graz in Halbzeit eins voll durch. Der Tiroler erzielte die vier der ersten neun Treffer für den UHK. Danach ging es mit seiner Leistungskurve ähnlich bergab wie bei seinen Mitspielern im Rückraum-Block.

Vor der Sonntag-Partie gegen den vermeintlichen Underdog aus der grünen Mark war die Kremser Handball-Welt noch schwer in Ordnung. Die Erber-Boys hatten am Freitag mit einer sensationellen zweiten Halbzeit die Fivers in der Hollgasse gedemütigt und beide Punkte entführt. Dazu kam, dass sämtliche andere Favoriten wie Westwien oder Hard in dieser Runde Haare lassen mussten.

50 Stunden später machte sich nach dem Umfaller gegen Graz Ernüchterung breit, als die Rot-Gelben ein Match aus der Hand gaben, das sie über 40 Minuten lang dominiert hatten.

Horst Sommer
Ibish Thaqis einziger Lichtblick gegen Graz: der bedingungslose Kämpfer und Dreifach-Torschütze Oliver Nikic.

Zwei strittige Stürmerfoul-Entscheidungen gegen den UHK ließ Trainer Ibish Thaqi für die Vorstellung seiner Schützlinge dabei nicht als Ausrede gelten und hielt sich auch nicht mit Kritik zurück: „Das war ein arrogantes Auftreten meines Teams, das im Finish überhaupt nicht bei der Sache war, generell eine absolute Frechheit!“

Jene Zähler, die man in Wien zuvor erobert hatte, wurden laut Thaqi wieder hergeschenkt: „Unser Zugriff in der Defensive war schlichtweg fahrlässig. Einzig Oliver Nikic zeigte jene Einstellung auf dem Parkett, die ich mir von jedem Einzelnen erwarte!“

Dabei hatte alles programmgemäß begonnen. Ab der klaren 26:22-Führung der Heimischen schien nur noch die Höhe des Sieges infrage zu stehen. Die Steirer steckten aber nicht auf und glichen durch Nemanja Beloš in Minute 51 zum 27:27 aus. Auch das Kremser Time-out konnte den Abwärtstrend nicht mehr stoppen. Im Gegenteil. Die Truppe von Damir Dukic fand nach wie vor Lücken im UHK-Abwehrblock, zog auf 30:27 davon und ließ sich schließlich auch in der Schlussphase die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.

Ein völlig frustrierter Thaqi abschließend: „Wille, Spaß und Freude sind uns in diesem Match völlig abhanden gekommen. Für diese Vorstellung muss ich mich auch bei unseren Fans entschuldigen.“