UHK Krems bereit für Gipfelsturm. Bei einem Sieg in Hard und einer Fivers-Niederlage in Schwaz würde die Pole-Position winken.

Von Bert Bauer. Erstellt am 13. April 2021 (18:33)
Nicht zu stoppen. Auch Thomas Seidl bekam UHK-Regisseur Jakob Jochmann nie in den Griff. Der Kremser Aufbau-Mitte-Mann netzte in der Hollgasse zehnmal ein.
Bert Bauer

FIVERS - KREMS 29:31

Die Erfolgsrallye der Wachauer fand auch in der Hollgasse ihre Fortsetzung. Die Mannschaft zog nach der ärgerlichen Cupniederlage die richtigen Schlüsse und setzte die Vorgaben von Trainer Ibish Thaqi vor allem in den ersten 30 Minuten perfekt um.

Geduld im Angriffsspiel . „Das gefürchtete Konterspiel der Wiener konnten wir nur durch das Vermeiden von Eigenfehlern auf Eis legen“, sah der Cheftrainer seinen Matchplan voll aufgehen. „Die Burschen haben auch keine überhasteten Abschlüsse genommen und dann die Chancen kalt ausgenützt.“

Hochmotivierte Defensive. Ohne ihren Topshooter Lukas Hutecek war das Offensivspiel der Gastgeber leichter auszurechnen. Dem UHK-Abwehrblock gelang es sehr gut, den Spielfluss des Gegners zu unterbrechen. Zudem setzte Goalie Ivan Budalić dort fort, wo er in Schwaz zuletzt begonnen hatte: mit unglaublichen Reflexen.

Kampfmoral. Als es gleich nach der Pause noch einmal richtig eng wurde, warfen die „Rot-Gelben“ nicht die Nerven weg, sondern trafen vorne zumeist die richtigen Entscheidungen. „Der Fivers-Spirit ist nie zu unterschätzen, auch wenn die Mannschaft bereits klar zurückliegt“, weiß Thaqi aus eigener Erfahrung von seiner Zeit als Aktiver bei den Margaretnern. „Natürlich war mir auch klar, dass wir das hohe Niveau der ersten Hälfte nicht über die volle Distanz halten werden können.“

Glück des Tüchtigen. Brenzlig hätte es werden können, wenn Thomas Seidl beim Stand von 21:22 aus Sicht der Fivers per Konter nicht am UHK-Torgestänge gescheitert wäre. Die Kremser kamen danach postwendend in Ballbesitz. Jakob Jochmann, einmal mehr einer der stärksten Kremser, erhöhte auf 23:21, und Gabor Hàjdu sorgte gleich darauf mit dem 21:21 für einen kleinen „Sicherheitsabstand“.

Jammern im Jubel. Trainer Ibish Thaqi sprang beim Siegesjubel das Schultergelenk aus der Pfanne, er wand sich schmerzverzerrt am Boden, ehe es seinem „Co“ Stefan Hanko gelang, die Luxation zu beheben. „Alles nicht so schlimm“, beruhigte Thaqi bereits später. „Ein altes Leiden aus meiner aktiven Zeit.“ Sein Fokus gilt nun jedenfalls der letzten Bonusrundenpartie in Hard.

HARD - KREMS, Samstag, 17.30 Uhr.

Wer hätte nach dem Fehlstart in die Saison gedacht, dass sich für die Wachauer wenige Monate später die Chance eröffnet, als Leader in die Viertelfinal-Entscheidung zu gehen? „Wir sollten den Ball flach halten“, bremst Trainer Ibish Thaqi überzogene Erwartungen. „Wir haben jetzt schon viel erreicht und werden uns ohne Nervenflattern dieser Herausforderung stellen.“ Eines liegt auf der Hand: Es wird vom Charakter her eine ganz andere Partie als in Wien. Mit Neuerwerbung Marijan Maric gesellte sich zu Dominik Schmid und Boris Zivkovits ein weiterer wurfgewaltiger Rückraumspieler. Thaqi: „Unsere Deckung ist wieder gefordert!“

Prokop-Nachfolger bereits verpflichtet

Mit Stephan Wiesbauer (21) von der SG Bärnbach/Köflach tätigte der UHK nach Romas Kirveliavičius den nächsten Transfer für 2021/22. Der U21-Teamspieler soll Gunnar Prokop zukünftig am rechten Flügel ersetzen. „Stephan wollte zu uns und hat viel Potenzial“, begründet der Sportliche Leiter Werner Lint die Entscheidung. In der nächsten Woche soll ein weiterer Neuzugang verkündet werden.