Ein Schotte hat die Nase in Ramsau vorn. Calum Hill gewinnt mit 18 Schlägen unter Par. Neuer Platzrekord mit 61 Schlägen durch den Franzosen Quesne.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 23. Juli 2019 (01:28)
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Der 24-jährige Schotte Calum Hill behielt im Finish die Nerven und gewann das Turnier mit 18 Schlägen unter Par.

Hochklassigen Golfsport brachte das EURAM Bank Open auch heuer in die Ramsau. Nachdem die Lyoness Open in Atzenbrugg nicht stattfinden konnten, war der GC Adamstal der Familie Wittmann mit einer Gesamtdotation von 185.000 Euro Austragungsort des größten österreichischen Golfturniers. Und mit dem 24-jährigen Calum Hill streifte mit 18 Schlägen unter Par ein Schotte den Siegerscheck in der Höhe von 29.600 Euro ein.

Im Kampf um den Gesamtsieg gab es am Schlusstag einen erbitterten Kampf zwischen Hill, der nach dem dritten Tag mit 14 unter Par geführt hatte, und dem Engländer Matt Ford (-15). Der Schotte behielt auf der Schlussrunde mit vier Birdies die Nerven und fixierte seinen zweiten Challenger-Sieg. Der Engländer fiel gegen Ende der Runde durch zwei Bogeys noch auf Platz Vier zurück. Mit vier Schlägen Rückstand belegten Hills Landsmann Ewen Ferguson und der Portugiese Jose-Filipe Lima den geteilten zweiten Platz.

Nach den Irish Open im Vorjahr war es erst der zweite Sieg auf der Challenge-Tour für Hill, der sich entsprechend euphorisch gab. „Wenn man gewinnt, ist man natürlich immer happy, aber die Bedingungen hier waren erstklassig“, bestätigte er den Eindruck, dass er die ganze Woche über Spaß hatte. Und er konnte sich dabei aber auch auf seine Familie als Rückhalt stützen. „Ich war besonders motiviert, da sie mich so angefeuert haben“, freut er sich. Besonders lautstark war die ganze Woche über sein Vater, der als Caddy fungierte.

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Der Engländer Matt Ford hielt lange mit, musste sich aber nach zwei Bogeys letztlich mit Rang vier zufrieden geben.

Die perfekten Bedingungen unterstreicht auch, dass zweimal der Platzrekord fiel. Bereits am ersten Tag hatte der Deutsche Marcel Schneider mit 62 Schlägen den alten Rekord egalisiert. Der Mann vom Bodensee, der heuer das zweite Mal in Adamstal abschlug — „die Landschaft gefällt mir und stimuliert mich“ — konnte allerdings seine Form nicht über die vier Tage halten.

Für die eigentliche Sensation sorgte der 38-jährige Franzose Julian Quesne am Schlusstag. Dem zweifachen European-Tour-Sieger gelang es, mit 61 Schlägen einen absolut neuen Platzrekord aufzustellen. Er spielte neun Birdies und brauchte nur 27 Putts, in der Endabrechnung belegte der Franzose Rang 19.

Hausherr nützt den Heimvorteil

Insgesamt waren 153 Profis und drei Amateure aus 31 Nationen dabei, den Cut fürs Wochenende schafften 69 Spieler.

Auch elf Österreicher, darunter drei Amateure waren am Start. Mit Hausherr Sebastian Wittmann und Felix Schulz als Pros, sowie Lukas Lipold und Niklas Regner als Amateure, haben vier von ihnen den Cut geschafft.

Bester heimischer Vertreter wurde der 25-jährige Salzburger Lipold, der vor allem am Beginn des Turnieres gute Leistungen zeigte. Unnötige Fehler am 16 und 17 Hole des Schlusstags warfen ihn aber noch auf Gesamtrang 56 zurück. Er nützte auch die Gelegenheit um mit einigen Spielern, die sonst auf der European Tour unterwegs sind, zu plaudern und Erfahrungen auszutauschen. „Dies schon im Hinblick auf meinen möglichen Wechsel ins Profilager“, wie er betont.

Zweitbester Österreicher wurde der 27-jährige Lokalmatador, der am Sonntag drei über Par spielte und mit +2 auf Rang 61 der Gesamtwertung das Turnier beendet hat. „Ich habe am Schlusstag bis zu den Greens sehr gut gespielt, nur hat es dann mit dem Putten nicht geklappt“, bedauert er. Trotzdem waren die EURAM Bank Open auch für ihn ein Erfolgserlebnis. „Ich konnte erstmals bei einem Challenger den Cut schaffen!“ Jetzt geht es für Wittmann nach St. Pölten zur Pro Tour und anschließend nach Finnland.

Über das positive Feedback aller beteiligten freute sich der Präsident des Golfclub Adamstal, Franz Wittmann: „Es war so wie im Vorjahr ein perfektes Turnier, wenngleich auch die Vorbereitung viel Substanz gekostet hat“, ging sein Dank an alle Partner und Sponsoren, „speziell aber an unsere Mitglieder, ohne deren ehrenamtliche Mitarbeit die Durchführung gar nicht möglich wäre.“