Für Gold lässt Hobl den Hammer liegen. Für das große Ziel Titelverteidigung stellt der Rohrbacher Christian Hobl (28) den Hausbau hinten an.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 23. Januar 2018 (02:43)
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Ein aussichtsreiches Trio. Christian Hobl, Simone Steiner und Lokalmatador Markus Weichinger (von links) machen sich berechtigte Hoffnungen auf WM-Edelmetall.

Weltmeister mit der Mannschaft, Champions-League-Gewinner mit seinem Verein ESV Jimmy Wien, Staatsmeister sowieso – für die Titel ist auf der Visitenkarte kein Platz mehr. Doch Christian Hobl hat nicht genug. Der 28-Jährige aus Rohrbach an der Gölsen greift mit dem Team neuerlich nach WM-Gold. Diesmal vor heimischer Kulisse – die Titelkämpfe steigen am 20. Februar in Amstetten.

„Die Formkurve steigt an, bei den Quali-Turnieren sollte nichts passieren“, blickt Hobl den Lehrgängen zur Kaderzusammenstellung gelassen entgegen. Der Gölsentaler weiß: Für die Operation Titelverteidigung können die Trainer auf ihn nicht verzichten.

„Die Chancen stehen gut, wir wollen Gold wie schon 2016 nach Österreich holen“, redet Hobl Klartext. Dafür habe er „die Trainingsintensität noch einmal nach oben geschraubt“. Zwei bis dreimal in der Woche geht‘s in die Eishalle – sei‘s nach St. Pölten oder nach Amstetten. „Mit den Trainingszeiten wird’s immer schwieriger. Manchmal komm’ ich erst um 22 Uhr aus der Halle raus.“ Und an den Wochenenden reiht sich ein Turnier ans nächste.

Wettkämpfe sind das beste Training

„Kein Problem für mich“, winkt der Rohrbacher ab, „Wettkämpfe sind ohnehin das beste Training.“ Dafür muss auch der Innenausbau beim neuen Eigenheim im Gölsental hinten anstehen. „Was tut man nicht alles für WM-Gold! Wir können‘s schaffen. Auf der Eisbahn ist‘s wie beim Skifahren: Für Österreich zählt nur Platz eins.“ Vor zwei Jahren gelang nach zwei verlorenen Finalduellen bei den Weltmeisterschaften 2012 (gegen Deutschland) und 2014 gegen Italien das Husarenstück. Die beiden Finalkontrahenten von einst sowie die Schweiz sieht Hobl als Mitfavoriten. „Spielen darfst du dich aber gegen keinen Gegner“, ist sich der 28-Jährige der Leistungsdichte bewusst. „Vor allem in einem Finale spielt sich viel im Kopf ab, da ist‘s entscheidend, wer mental mehr drauf hat.“

Eine weitere Motivationsspritze bis spät in die Nacht in der Eishalle zu stehen: Die Hoffnungen, dass der Stocksport 2022 bei den Spielen in Peking olympisch wird. „Klar! Olympia ist für jeden Sportler ein Traum.“