Lena Pressler feiert Favoritensieg. Vier Staatsmeistertitel für die Athleten der Union St. Pölten in Innsbruck. Der St. Veiter Kevin Wallner schrammt über 1.500 Meter knapp an Bronze vorbei.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 30. Juli 2019 (01:40)
privat
Die St. Veiterin Lena Pressler (r.) darf sich gleich über zwei Staatsmeistertitel freuen. Zuerst gewinnt sie über 400-m-Hürden, ihr erstes Gold in der allgemeinen Klasse, und dann auch mit der 100-m-Hürden-Staffel der Union St. Pölten. Mit ihr sind Beate Schrott, Michaela Burda und Isabelle Edlinger (v. r.) gelaufen.

Beim Höhepunkt der heimischen Leichtathletik-Saison, den Staatsmeisterschaften der Allgemeinen Klasse in Innsbruck, konnten die Athleten und Athletinnen der Union St. Pölten die tolle Ausbeute von vier Goldmedaillen, sowie je einmal Silber und Bronze holen. Und das trotz des Fehlens von Siebenkämpferin Ivona Dadic, die sich gerade in einem Trainingsblock für die WM im Oktober in Doha befindet, und siecher für einige medaillen gut gewesen wäre, sowie Duathletin Sandrina Illes, Topfavoritin und Titelverteidigerin über 5000 Meter.

Für das „Comeback des Jahres“ in der österreichischen Leichtathletik sorgte Serienmeisterin Carina Schrempf, die nach zweijähriger Verletzungspause wieder auf die Laufbahn zurückkehrte. Die 25-jährige Athletin der Union St. Pölten hatte sich in den letzten beiden Jahren nur mit Alternativtraining fit gehalten und erst vor knapp sechs Wochen wieder mit bahnspezifischen Einheiten begonnen. Bei ihrem Comeback-Lauf ließ Schrempf taktisch klug ihre Konkurrentinen 700 Meter lang das Tempo gestalten, um dann auf der Zielgerade zuzuschlagen und den Sieg zu holen.

„Ich arbeite seit meiner Verletzungsmisere intensiv mit meinem Physiotherapeuten in der Trainingsgestaltung zusammen, damit wir herausfinden, wie ich die Belastungen am besten vertrage, ohne wieder Verletzungen zu riskieren. Es hat mich total überrascht, dass ich jetzt nach nur sechs Wochen Vorbereitung hier wieder Vollgas geben konnte, dann auch noch zu siegen freut mich umso mehr“, meinte die 800-Meter-Siegerin nach dem Rennen über ihren Leidensweg.

Im Gegensatz zum Überraschungserfolg von Schrempf durften die beiden Staatsmeistertitel von Beate Schrott und Lena Pressler erwartet werden, denn beide kamen als Jahresschnellste nach Innsbruck. Nach der krankheitsbedingten Absage ihrer größten Konkurrentin, Vorjahressiegerin Steffi Bendrat, ging Olympiafinalistin Beate Schrott als klare Favoritin in das Finale über 100 Meter Hürden. Bei widrigen Wetterbedingungen und Gegenwind siegte sie in 13,53 Sekunden. „Der Titel freut mich sehr, auch wenn ich heute durch die hohe Trainingsbelastung nicht spritzig genug war. Mein Ziel bleibt das WM-Limit.“

Erst 400-m-Hürdengold, dann auch mit Staffel

Ebenfalls einen klaren Erfolg feierte Lena Pressler über die 400-Meter-Hürden-Distanz. Trotz immenser Belastungen in den letzten Wochen — Pressler ist erst letzte Woche von den U-20-Europameisterschaften aus Schweden heimgekommen — war der Sieg in 61,69 Sekunden nie gefährdet. „Ohne Konkurrenz war es schwer das Letzte aus mir herauszuholen, darum bin ich mit der Zeit auch nicht wirklich zufrieden“, äußerte sich die 18-jährige trotz Staatsmeistertitel kritisch in Bezug auf ihre Leistung. „Bis zur 200-Meter-Marke ist es gut gelaufen, in der zweiten Kurve habe ich dann aber einen Schritt zu viel gemacht!“

NOEN
Der St. Veiter Kevin Wallner verpasst als Vierter über 1.500 Meter nur knapp das Stockerl.

Für einen überraschenden Abschluss der St. Pöltener Festspiele in Innsbruck sorgte dann die Sprintstaffel der Frauen mit der Goldmedaille über 4x100 Meter. Als Startläuferin ging die 17-jährige Isabelle Edlinger ins Rennen, übergab das Staffelholz an Pressler, diese gab weiter an 200-Meter-Spezialistin Michaela Burda, die ihrerseits fehlerlos an Schlussläuferin Beate Schrott übergab, die dann in der tollen Zeit von 47,31 Sekunden die Ziellinie überquerte.

Neben diesen vier Staatsmeistertiteln gab es noch Stockerlplätze für Sprinter Daiyehan Nichols-Bardi, der über 100 Meter in starken 10,91 Sekunden Dritter wurde und Stabhochspringerin Agnes Hodi, die als klare Favoritin und Jahresbeste an den Start ging, jedoch leider mit 3,80 Meter „nur“ Silber holte. „Ich habe derzeit leider Rückenprobleme, die mir zu schaffen machen“, klagte sie.

Für ein tolles Rennen sorgte Kevin Wallner, der über 1.500 Meter in persönlicher Bestleistung von 3:58,48 Minuten den sensationellen vierten Rang belegte. Der St. Veiter in Diensten der Union St. Pölten konnte dabei mit seinem couragierten Lauf einige höher eingestufte Läufer hinter sich lassen. Am Ende fehlte ihm eine knappe Sekunde auf die Medaille.

Weitere Topplatzierungen gab es noch durch Nichols-Bardi im Weitsprung (5.), Michaela Burda über 200 Meter (5.), sowie Marvin Klammer im Hammerwurf (6.).