Kiesenhofer: Der beste Amateur unter lauter Profis. Die Niederkreuzstettnerin Anna Kiesenhofer (28) beendete eine erfolgreiche Saison beim prestigeträchtigen „Chrono des Nations“.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 30. Oktober 2019 (02:33)
NÖN Archiv

Zum Saisonende wagte sich Österreichs Zeitfahrmeisterin Anna Kiesenhofer aus Niederkreuzstetten noch zum „Chrono des Nations“ ins französische Les Herbiers. Jedes Jahr bildet dort das Einzelzeitfahren den Abschluss der europäischen Straßensaison und ist noch einmal ein Aufeinandertreffen der weltbesten Spezialisten im Kampf gegen die Uhr.

Die hohen Erwartungen der EM-Fünften von Alkmaar und WM-Teilnehmerin von Sheffield erfüllten sich beim 26,45 Kilometer langen Rennen aber nicht. Rang acht in 37:37 Minuten war der 28-Jährigen zu wenig, „obwohl ich eigentlich gut in Form war. Allerdings war das ganze Rundherum ein wenig stressig“, berichtete sie und meinte damit die Anreise mit einem gemieteten Auto, das Material und dass sie ganz auf sich alleine gestellt war. „Da fehlte mir dann die Konzentration auf das Rennen und ich habe blöde Fehler gemacht. Das reicht schon, um im Einzelzeitfahren wertvolle Plätze zu verlieren.“

"Ich werde sicher vieles besser machen"

Doch sie konnte auch trotz des nicht ganz gelungenen Auftritts ihre positiven Rückschlüsse ziehen: „Es ist bei jedem Rennen derzeit so, dass ich durch die Fehler viel für das nächste Jahr lerne. Da werde ich sicher vieles besser machen und dann waren die Erfahrungen hier wertvoll.“ Denn trotz der Probleme fehlten ihr am Ende gerade einmal 1:33 Minuten auf die US-amerikanische Siegerin Leah Thomas.

Nachdem sie vor zwei Jahren ihre Profikarriere beendet hatte, versucht sich die Weinviertlerin nun als Zeitfahrspezialistin, gewann heuer prompt die österreichischen Meisterschaften und qualifizierte sich damit für die Welt- und Europameisterschaften. Das angepeilte Ziel, sich für das olympische Zeitfahren in Tokio zu qualifizieren, verpasste sie als 20. der WM nur knapp. Acht Sekunden fehlten ihr Anfang Oktober im Regen von Yorkshire – als mit Abstand beste Amateurfahrerin im Feld.

Mit der möglichen Heim-WM 2020 in Aigle-Martigny (Anm.: Kiesenhofer lebt und arbeitet in Lausanne) steht 2020 aber ein anderes Highlight am Programm. Dafür möchte die Niederkreuzstettnerin, die neben ihrer Radkarriere auch Vollzeit in einem Schweizer Institut als Mathematikerin arbeitet, weiter Erfahrungen sammeln.