Von der Hochzeit direkt in den Radsattel. Philipp Kaider aus Wolkersdorf gewann mit spontan zusammengestellter Mannschaft den Teambewerb beim 24-Stunden-Rennen in Hitzendorf.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 15. September 2021 (03:27)
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Siegreiches Quartett: Raffael Schrammel, Bernhard Kornherr, Dominik Tantscher und Philipp Kaider (von l.). 
privat

Philipp Kaider sorgt weiter für positive Schlagzeilen. Nur ein paar Wochen nach seinem Sieg bei der „Race Around Austria-Challenge“ durfte der 35-jährige Wolkersdorfer beim traditionsreichen 24-Stunden-Rennen im steirischen Hitzendorf wieder jubeln – und das, obwohl der Weinviertler spontan teilnahm und ein Teamkollege direkt von der Hochzeit kam.

Aber alles der Reihe nach: Eigentlich war nur geplant, dass Kaider beim ältesten 24-Stunden-Rennen auf österreichischem Boden einen Vortrag hält und für sein Charity-Projekt wirbt, doch er bekam als Goodie einen Startplatz. „Da ich aber nicht wusste, wie gut ich nach dem RAA in Form war, habe ich mich entschlossen, im Viererbewerb an den Start zu gehen und ein Team zusammenzustellen.“ Mit ihm starteten der Obersdorfer Bernhard Kornherr, der Wolkersdorfer Raffael Schrammel und Dominik Tantscher, ein Grazer und der schärfste Rivale von Kaider beim „Race Around Austria“.

Im Anzug zum Rennen

Knapp 3,9 Kilometer war die Strecke lang, 30 Höhenmeter mussten überwunden werden. Kaider und Co. wechselten sich dabei alle vier Runden ab, um das Tempo möglichst hoch zu halten. Allerdings mussten sie bis Mitternacht zu dritt fahren, denn erst danach stieß Tantscher hinzu. Er kam direkt von einer Hochzeit und sorgte für das Bild des Tages, als er mit Anzug, sein Rad tragend, in die Wechselzone kam und sich erst dort umzog.

Bis zu diesem Zeitpunkt lag die zweitplatzierte Mannschaft noch halbwegs in Reichweite, danach fuhr die weinviertle risch-steirische Equipe den Rest des Feldes in Grund und Boden. Nach 24 Stunden standen 850,85 Kilometer und 221 Runden zu Buche, fast 40 km Vorsprung auf die Zweitplatzierten. „Wir haben natürlich gewusst, dass wir um den Sieg mitfahren, aber dass es so überlegen ausgeht, war nicht zu erwarten“, freute sich Kaider.

Für den Wolkersdorfer neigt sich damit eine erfolgreiche Saison schön langsam, aber sicher dem Ende zu. Neben einer möglichen Teilnahme am 1. Haager Einzelzeitfahren Ende September sind nur noch Trainingseinheiten bis in den Spätherbst geplant.