Mödling

Erstellt am 16. Januar 2019, 02:05

von Malcolm Zottl

Thomas Schaffer: „Komme erst ins Rennen“. Thomas Schaffer entspringt dem Nachwuchs der Sonicwall Rangers. Mit 20 gewann er nun den Sun Bowl mit Stanford. 2019 soll am College der große Durchbruch folgen.

Thomas Schaffer (im roten Trikot, r.) hält für die Uni Stanford seine Knochen hin. Heuer wurde er dafür mit dem Sieg in der Sun Bowl belohnt. 2019 will er seinen endgültigen Durchbruch schaffen, zum Starter werden und sich für höhere Aufgaben empfehlen.  |  privat

NÖN: Gratulation zum Sieg. Wie fühlt es sich an, in den Siegerlisten einer der ältesten „Bowl Games“ zu stehen?

Thomas Schaffer: Es ist großartig und ein echtes Privileg, mich für Stanford umziehen zu dürfen und jedes Jahr in einem Bowl spielen. Es ist immer gut, das Jahr mit einer guten Note zu beenden.

Gegen Pittsburgh war es ein „Low Scoring Game“ (14:13). Wie groß war der Anteil der Defense?

Schaffer: Die Offense hat dieses Jahr generell viele Verletzungen und deshalb auch Probleme gehabt, aber zum richtigen Zeitpunkt gescort, um uns das Spiel zu gewinnen.

Wo lagen die Knackpunkte in der Begegnung?

Schaffer: Turnovers und unsere Redzone-Defense, die uns die Chance gegeben hat, fast nur Field Goals zuzulassen.

Ihr habt die Regular Season mit einem 9:4-Record abgeschlossen. Wie sind Sie generell mit der Saison zufrieden?

Schaffer: Ich bin recht unzufrieden, weil wir viel zu viele Möglichkeiten am Feld gelassen haben und eine Rose Bowl-Appearance faktisch um kombiniert sieben Punkte verpasst haben. Wir hätten besser vorbereitet sein sollen.

Wie sehen Sie Ihre Entwicklung im zweiten College-Jahr?

Schaffer: Ich komme gerade erst ins Rennen, das Motto für dieses Jahr ist „this is the year“. Soll heißen, dass ich keine Zeit zu verschwenden habe und jetzt richtig auf’s Gas drücke.

Wenn man 2018 mit einer Trophäe in Händen beendet, was sind dann Ihre Ziele für 2019?

Schaffer: Jedes Jahr ist das Ziel, die National Championship und jede Woche zu gewinnen, der Rest wird schon, wenn man diese zwei Ziele im Hinterkopf hat.

Sie haben sich in einem Interview auch einmal als Hybrid zwischen Defensive Tackle und Defensive End beschrieben. Welche der beiden Positionen liegt Ihnen mehr?

Schaffer: Ich spiele beide Positionen relativ gleich gut. Mit fast 135 Kg bin ich der prototypische 3. bis 4. Defensive End.

Ist es für Ihre weitere Karriere von Vorteil, auf zwei Positionen spielen zu können?

Schaffer: Es ist definitiv ein Vorteil, so lange ich beide gut spielen kann.

Für die Off-Season: Ihre Trainer wollen, dass Sie noch an Muskelmasse aufbauen. Wie schaut so eine Aufbaueinheit eigentlich genau aus?

Schaffer: Im Winter laufen wir zweimal und gehen dreimal in die Kraftkammer für jeweils zwei Stunden. Im Frühjahr sind es dann vier Kraftkammer- und drei Lauf-Einheiten.

Was sind noch weitere Unterschiede zu NFL-Defensivspielern?

Schaffer: Der Unterschied ist, dass in der NFL generell jeder groß und stark ist, am College sind es weniger.

Stanford ist eine sehr renommierte Universität. Wie sieht Ihr Campus-Alltag aus?

Schaffer: Relativ normal: In der Früh Training, Schule, Rehab, Schule, Training, dann Aufgaben.

Wie verfolgen Sie die österreichische Liga beziehungsweise Ihren Jugendverein, die Mödlinger Rangers?

Schaffer: Leider habe ich fast keine Zeit dafür, ab und zu schaue ich ein Spiel im Internet an, oder checke die Scores.

Wie sehen Sie die Entwicklung des Footballs in Österreich?

Schaffer: In eine gute Richtung, vor allem, weil dieses Jahr wieder zwei Österreicher einen National Letter of Intent (Anm.: College-Vertrag) unterschrieben haben. So lange wir weiterhin die Europameisterschaft der Junioren gewinnen, sollte alles gut sein.

Abschließend: In der NFL stehen am Wochenende die Conference Finals an. Wem drücken Sie die Daumen und wer gewinnt den Super Bowl?

Schaffer: Ich bin eigentlich ein Green-Bay-Packers-Fan (schieden in der Regular Season aus Anm.), aber generell kann ich mich nicht für ein Team entscheiden, weil alle eine geniale Geschichte haben und eine coole Story wären.