Gstöttner schießt bei WM. Der Neulengbacher Andreas Gstöttner startet diese Woche bei der Outdoor-WM in s’Hertogenbosch. Ein Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Tokyo ist sein großes Ziel.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 12. Juni 2019 (01:29)
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Andi Gstöttner nimmt Maß. In den Niederlanden will er den ersten Schritt zu den Olympischen Spielen machen.

Das größte Turnier in diesem Jahr ist die Weltmeisterschaft im niederländischen s’Hertogenbosch, für die bereits am Sonntag der Startschuss fiel. Die Meister werden am 16. Juni gekürt. Für den Neulengbacher Nationalteamschützen Andreas Gstöttner ist diese WM nicht nur als Titelkampf wichtig.

„Für mich geht es vor allem auch darum, gleich bei der ersten Möglichkeit den Quotenplatz für die Olympischen Spiele zu holen, weil dann fällt zumindest vom Nationalteam gleich einmal viel Druck ab“, ist der 19-Jährige überzeugt. Aber auch falls er den Quotenplatz holen würde, wäre das noch keine Garantie, dass er dann auch mit nach Tokyo fliegen darf. „Fix ist dann fürs Erste nur, dass ein Österreicher dabei sein wird.“

„Für mich geht es vor allem auch darum, gleich bei der ersten Möglichkeit den Quotenplatz für die Olympischen Spiele zu holen"

Bei dieser WM nach World Archery sind nur die Besten der Besten vertreten. Das Teilnehmerfeld besteht aus jeweils drei Schützen pro Land in jeder Kategorie. Um die 200 Starter aus 90 Nationen sind somit in Gstöttners Disziplin Recurve Männer am Start. Der österreichische Bogensportverband (ÖBSV) lässt seine gesamten Elite-Athleten teilnehmen.

Gstöttner reist mit großen Erwartungen an

Gstöttners Erwartungen für dieses Turnier sind jedenfalls riesig, da seine letzte Saison gut verlaufen ist. „Mit einem neunten Platz bei der Europameisterschaft und einen neunten Platz beim letzten Weltcup 2018, kann mein Ziel nur ein Top-20-Ergebnis und der Quotenplatz für die Olympischen Spiele sein“, legt er sich die Latte hoch.

Die WM steigt heuer sehr früh in der Saison, weshalb Gstöttner die Indoor-Saison fast ganz ausgelassen hat, um sich voll auf dieses Großereignis vorzubereiten. „Dafür bin ich mit meinem Personal-Coach auch zu Trainingslagern in die Türkei und nach Zypern geflogen“, schildert er. Zu seiner Vorbereitung zählte auch das Weltcupturnier in Shanghai.

„Trainingslager und Chinareise habe ich mir selbst über Sponsoren finanziert, da der ÖBSV den Weltcupbewerb nicht beschickt hat“, war der Aufwand groß. Gstöttners Trainingsumfang beläuft sich auf 1500 Pfeile die Woche. „Insgesamt zieh ich dabei um die 31,5 Tonnen“, lacht er. Dazu kommen noch sechs Einheiten in der Kraftkammer und drei Einheiten Kickboxen, um sich die nötige Ausdauer und Kraft zu holen.

Weitere Stationen für Gstöttner sind heuer noch die Weltcups in Antalya und Bukarest. „Dorthin werden wir aber vom ÖBSV entsendet“, wird das eigene Budget wenigstens nicht weiter belastet.