Halbzeitpause bei Vierschanzentournee. Der neunjährige Eichgrabner Skispringer Theo Danner hat in seiner Klasse die Coronapause mit am besten überstanden.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 23. Juni 2021 (00:38)
Der Eichgrabner Theo Danner ließ seinem Sieg beim Auftaktspringen in Reit im Winkl Rang drei in Berchtesgaden folgen.
Wiener Stadtadler, Wiener Stadtadler

Einen überragenden Pokalregen gab es für die jüngsten Skispringer aus Niederösterreich: Bei den Auftaktspringen der Internationalen Kindervierschanzentournee in Bayern haben die sieben nominierten Wiener Stadtadler mit ihrer Pressbaumer Trainerin Nükhet Stanfel gleich fünf Siege in ihren Altersklassen geholt. Theo Danner (9) aus Eichgraben holt sich einen Tagessieg beim Auftaktspringen und liegt zur Tournee-Halbzeit im Spitzenfeld.

„So erfolgreich hat noch nie eine Kindervierschanzentournee für die Stadtadler begonnen“, freut sich auch Stadtadler-Sportvorstand Bernhard Wadsak. „Das hätten wir uns so nicht einmal im Traum ausgemalt“, ergänzt Springervater Florian Danner. „Unsere Kinder hatten in diesem für alle mühsamen Coronajahr überhaupt keine Vergleichsmöglichkeit. Einigen von ihnen war wegen der Pandemiemaßnahmen monatelang kein Training erlaubt. Und dann melden sie sich so extrem stark zurück. Das freut uns natürlich alle ganz besonders.“

Danner gewinnt gleich das Auftaktspringen

Einen der Siege verdanken die Stadtadler Theo Danner, dem neunjährigen Eichgrabner, der seit drei Jahren jedes Wochenende auf der Schanze trainiert. In Reit im Winkl gewinnt er mit ungeschlagenen Höchstweiten von 17,5 Metern klar und holt sich als Gesamtsieger der letzten Kindervierschanzentournee gleich wieder den Tagessieg. In Berchtesgaden spielen dann die Nerven nicht mehr ganz so mit. Im ersten Durchgang schafft er noch 14,5 Meter und liegt an zweiter Stelle. Im zweiten fällt er aber mit einem guten Sicherheitssprung auf 13,5 Meter um 0,4 Punkte auf Platz drei zurück. In der Gesamtwertung liegt Danner damit nun am zweiten Platz.

NOEN

Den Siegespokal von Berchtesgaden nimmt Elly Förster, die neunjährige Stadtadlerin aus Schwechat mit nach Hause. Auf den Kälbersteinschanzen springt Förster 11 und 13 Meter. Damit sichert sie sich mit deutlichem Vorsprung den ersten Platz. Am Vortag hatte ihre direkte Mitstreiterin, Franziska Frohwieser vom WSV Reit im Winkl, noch Heimvorteil. In Reit war Förster zwar mit Sprüngen auf 7 und 6,5 Meter am weitesten gesprungen, die Jury hatte der Lokalmatadorin aber um 1,2 Punkte mehr gegeben. Förster muss sich nun mit Frohwieser über den Sommer das Gelbe Trikot als Führende in der Leistungsklasse Mädchen I teilen.

Genau umgekehrt ist das Tourneewochenende für den achtjährigen Schwechater Paul Kaman gelaufen. Auf der Steinbachschanze in Reit im Winkl war er mit Weiten von 17 und 16,5 Metern für den Rest seiner Altersklasse uneinholbar. Hier sicherte sich Kaman souverän den Sieg. In Berchtesgaden gelingen ihm zwei Sprünge auf 13,5 Meter, nur knapp übertroffen von Felix Wimmer (SC Bischofshofen), der beide Male die 14-Meter-Marke geknackt hat. Platz zwei am Kälberstein und Platz eins in Reit bedeuten aber auch für Kaman die Ex-aequo-Halbzeitführung in der Gesamttourneewertung.

Überflieger dieser Kindervierschanzentournee ist ohne Zweifel der kleinste Mann im Stadtadler-Starterfeld: Albin Hauser (6) aus Wien-Hernals holt sich bei den ersten beiden Tourneestationen jeweils den Sieg in seiner Altersklasse.

Zwei Medaillen aus Bayern nimmt außerdem Nico Greilhuber (10) mit heim nach Wien-Währing. Darüber hinaus hat in der Altersklasse mit den meisten Startern Simon Kleineidam (11) aus Wien-Landstraße aufgezeigt. In Reit gelingen ihm Sprünge auf 26,5 und 25 Meter (7.), in Berchtesgaden landet er bei 23 und 24,5 Metern (9.) In der Gesamtwertung ist er damit in den Top 10.

Wiener Stadtadler sind Zweiter in Klubwertung

„Es ist toll zu sehen, mit wieviel Freude und Euphorie die Kinder endlich wieder Bewerbe springen dürfen. Wir freuen uns natürlich auch, dass wir in der aktuellen Vereinswertung auf Platz zwei aller Vereine sind, ganz knapp hinter dem fast doppelt so großen Team vom SC Erzbergland. Es wird also eine spannende zweite Hälfte der Kindervierschanzentournee im Herbst“, prognostiziert Stadtadler-Vorstand Wadsak.

Die Internationale Kindervierschanzentournee ist einer der wichtigsten Bewerbe für Nachwuchs-Skispringerinnen und Skispringer in Mitteleuropa. Wie bei den Erwachsenen gibt es zwei Springen in Deutschland und zwei in Österreich. Die rot-weiß-roten Stationen in Bischofshofen (Salzburg) und Hinzenbach (Oberösterreich) stehen für die Kinder nach den Sommerferien am Plan.

Die Stadtadler hatten bei der letzten Auflage der Tournee vor zwei Jahren jeweils einen Gesamtsieger bei den Mädchen und bei den Burschen. Dabei sind sie noch immer der einzige Skisprungclub in Österreich ohne eigene Schanze!