Celo-Sisters klar unterbewertet. Die 47. Karate-Jugend-Europameisterschaften in Budapest endeten mit einem fünften und einem siebenten Platz für die Neulengbacherinnen Funda und Isra Celo.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 11. Februar 2020 (01:42)
Vizeweltmeisterin Funda Celo zeigte bei der Junioren-EM in Budapest ihre bislang beste Kata. Nur die Kampfrichter sahen es nicht so.
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Einmal mehr hat sich letzte Woche gezeigt, dass es leichter ist WM-Medaillen zu erringen, als bei der Europameisterschaft aufs Podest zu gelangen. Auch die Junioren-EM in Budapest bildete da keine Ausnahme.

„Tatsache ist, dass von unseren weiblichen Karateka bei drei Jugendweltmeisterschaften in den Jahren 2015, 2017 und 2019 zweimal Silber und viermal Bronze errungen wurde, in derselben Zeitspanne aber nur einmal Jugend-EM-Bronze durch Isra Celo 2019“, ärgert sich Erhard Kellner vom UKA Zen Tai Ryu St. Pölten, weil es für ihn immer dieselben Ursachen hat. „Zu Beginn eines EM-Bewerbs scheinen unsere Athletinnen auf Siegkurs zu sein. Wenn es aber – nach Wechsel der Kampffläche mit anderen Kampfrichtern — um Medaillen geht, werden ungeachtet der Leistungen die Athleten immer derselben Nationen plötzlich hoch genug bewertet, um die Finals bestreiten zu können. Das ist höchst unbefriedigend“, beschreibt er die immer gleichen Szenarien.

Für die beiden SLZ/HASL-Athletinnen Funda und Isra Celo begann auch in Ungarn alles programmgemäß: Isra gewann beim Kata-Bewerb der Kadettinnen (U 16) die erste Runde ihres Pools sehr deutlich und erreichte auch locker die Runde der besten Acht durch einen zweiten Platz in Vorrunde zwei. Im Semifinale, das auf einer anderen Kampffläche mit anderen Kampfrichtern abgewickelt wurde, tauchte ihr Name am Ergebnis aber nur als Nummer vier auf. Damit war sie von den Medaillenkämpfen ausgeschlossen, konnte ihr Vorjahres-Bronze nicht verteidigen und wurde letztlich Siebente.

Staatsmeisterin Funda Celo (Kata U 21) dominierte beide Vorrunden mit deutlichen Punktevorsprüngen, erlebte aber dann auf zwei Raten Ähnliches wie ihre jüngere Schwester. „Trotz einer Top-Vorstellung wurde sie im Semifinale von den Kampfrichtern nur auf den dritten Platz gesetzt, hat damit aber wenigstens das kleine Finale der Bronzeduelle erreicht“, schildert Kellner. Dort wurde sie hinter eine italienische Konkurrentin auf Rang fünf gewertet. Diese Gegnerin hatte sie zwei Wochen zuvor bei einem Turnier in Slowenien klar besiegt.

„Sowohl unsere Bundestrainerin Marianne Kellner als auch viele ausländische Trainer haben mir bestätigt, dass ich meine bisher beste Leistung gezeigt habe. Das ist für meine sportliche Zukunft wichtiger als ein einmaliger Erfolg“, nahm diese „Niederlage“ die SLZ/HASL-Athletin, die bei zwei Jugend-Weltmeisterschafen Silber (2017) und Bronze (2019) erreichen konnte, gelassen.