Norbert Sedlacek muss Weltmeerabenteuer verschieben. Der Altlengbacher Norbert Sedlacek musste mit dem Ant Arctic Lab Team sein großes Weltmeerabenteuer verschieben.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 06. August 2019 (01:11)
Philippe Delannoy, privat
Heftige Sturmböen zwangen Norbert Sedlacek seinen Rekordversuch frühzeitig abzubrechen.

Mit seinem Projekt ANT ARCTIC LAB wollte der Altlengbacher Skipper Norbert Sedlacek als erster die Erde nonstop, einhand und ohne Hilfe von außen über beide Pol-Routen und durch alle fünf Ozeane umsegeln!

Und tatsächlich stach er am 21. Juli um punkt 17:16:10 Uhr in Les Sables d‘Olonne nach ein paar Schlägen in der Bucht bei idealen Wetterbedingungen und unter der Aufsicht des Vertreters des World Speed Sailing Record Councils über die Start- und zugleich Ziellinie mit seiner Open60AAL Innovation Yacht in See. Rund sieben Monate hatte Sedlacek für seinen Offshore-Rekordversuch eingeplant, doch bereits am vierten Tag kam das überraschende Aus für das Extremsport-Abenteuer. Von den 34.000 Seemeilen durch die gefährlichsten Gewässer unseres Planeten, durch Eis, Orkanstürme und Monsterseen war da noch kaum etwas absolviert.

„Der Sturm war sehr stark und eines der Vorsegel wurde losgerissen. Es schlug gegen das Rig und verfing sich später unter dem Kiel und Ruder, ehe ich es losschneiden konnte, um die Folgeschäden so gering wie möglich zu halten“, schildert Sedlacek. Mit reduzierter Segelfläche kämpfte er sich südwestlich von Irland bei immer noch starkem Wind und fünf Meter Dünung zunächst zwar weiter, doch angesichts der Umstände und der Größe des Projektes entschied sich der Skipper dann doch dazu, anzuhalten, um den Schaden zu beurteilen.

Nach Havarie siegte letztlich die Vernunft

Am Ende siegte die Vernunft. Auch für Sedlacek schien es unrealistisch, mit dem havarierten Boot den Kurs auf Südgrönland zur Nordwest-Passage fortzusetzen. Danach wäre mit Kurs Süd noch Kap Hoorn das erste Mal zu passieren gewesen und die Antarktis zu umrunden. Und nachdem Kap Hoorn zum zweiten Mal im Kielwasser verschwunden wäre, hätte Sedlacek per Nordkurs durch den Atlantik zurück nach Les Sables d‘Olonne gelangen sollen. „Unter diesen Umständen nicht möglich“, brach er das Unternehmen für heuer ab. Aber nächstes Jahr soll es einen zweiten Versuch geben.