Elite schlug in Ollersbach auf. Österreichs Topspieler maßen sich im Wienerwald bei einem der größten Turniere des Landes.

Von Ernst Klement. Erstellt am 03. Juli 2018 (01:38)
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Riccardo Bellotti (l.) feierte einen klaren 2-Satz-Sieg im Finale gegen mario Haider-Maurer. „Den Siegerscheck hol ich mir“, hatte er bereits im Vorfeld des Turniers angekündigt und recht behalten.

Mit der 1. Neulengbacher Tennistrophy powered by Sparkasse fand vergangene Woche auf der Ollersbacher Tennisanlage eine der größten Tennisveranstaltungen Österreichs statt, ein ÖTV-Herrenturnier der zweithöchsten Kategorie, bei dem sich die österreichische Tenniselite ein Stelldichein gegeben hat.

Riccardo Bellotti und Patrick Ofner lockten

Da es Bresnik-Schützling Dennis Novak in Wimbledon ins Hauptfeld geschafft hat, waren mit Riccardo Bellotti vom TC Harland (ATP-Topranking Nummer 199 im Jahr 2017) und dem Kärntner Patrick Ofner (nicht zu verwechseln mit Wimbledon-Starter Sebastian Ofner) zwei Topspieler am Start.

Und während es in ganz Niederösterreich vor allem am Mittwoch und Donnerstag Regen gab, ist es zumindest zur Spielzeit in Ollersbach fast immer trocken geblieben. Nur um 19 Uhr musste man am Donnerstag in die Stattersdorfer Halle ausweichen. „Die Prognosen vom Flughafen Wien passten und wir hatten Profis mit Daviscup- und ATP-Erfahrung für die Platzpflege, die für perfekte Bedingungen sorgten“, war Oberschiedsrichter Didi Fiegl zufrieden. Und UTC-Obmann Stefan Wisberger freute sich über regen Publikumsandrang an allen Spieltagen. „Unsere Naturtribüne war immer gut besucht!“

Zu Beginn waren es vor allem die Lokalmatadore, die im Fokus der Fans standen. Ollersbachs Oldboy Wolfgang Stehno konnte eine Qualifikationsrunde überstehen, schied dann zwar gegen Daniel Egger aus, wäre aber als Lucky Loser trotzdem ins Hauptfeld gerutscht. „Aus beruflichen Gründen musste ich aber leider w.o. geben“, bedauert Stehno.

Mangl: „Es wäre mehr drinnen gewesen“

Auch Bruno Mangl zeigte als zweiter Lokalmatador im Hauptbewerb sein großes Können, verlor jedoch gegen Riedelsberger in zwei Sätzen. „Es wäre mehr drinnen gewesen, aber ich hatte nicht meinen besten Tag“, hatte sich Mangl doch ein Weiterkommen ausgerechnet. „Ich hatte zuletzt viel trainiert und war gut in Form, aber konnte es nicht umsetzen.“

Der große Spielverderber aus Sicht der Favoriten war aber Mario Haider-Maurer. Zuerst nahm der Bruder von Daviscupper Andreas Haider-Maurerer mit Moritz Thiem den kleinen Bruder von Dominic aus dem Bewerb, und im Anschluss auch den St. Pöltner Bundesligaspieler Markus Sedletzky. In beiden Spielen zeigte Haider-Maurer, der heuer mit Klosterneuburg aus der Bundesliga abgestiegen ist, seine große Routine. „Wie immer hielt er den Ball im Spiel und ließ die anderen die Fehler machen“, ärgerte sich Markus Sedletzky besonders, da er als klar besserer Spieler einfach zu viele unerzwungene Fehler beging.

NOEN, Claus Stumpfer
Sparkassen-Prokurist Martin Groiss (l.) und Neulengbachs Bürgermeister Franz Wolmuth nahmen die Siegerehrung vor. Bellotti freute sich über einen Schech von fast 2000 Euro.

Schlussendlich verletzte sich mit Ofner auch noch die Nummer zwei des Turniers. „Ich hatte schon Rückenprobleme bei der Anreise, hoffte aber, dass es gehen würde“, bedauerte er seinen Ausfall. Damit war der Weg für den an sechs gesetzten Haider-Maurer sogar ins Finale frei. Dort zeigte ihm jedoch der Harland-Star Riccardo Bellotti klar seine Grenzen auf. Wie schon im Vorfeld bekannt selbstsicher angekündigt, holte sich der Italiener die 1950 Preisgeld für den Sieg ab. Nur im zweiten Satz wackelte er kurz, nachdem er den ersten Satz mit 6:2 gewonnen hatte. Doch bei 3:2 und 40:15-Führung ging Haider-Maurer für ihn untypisch ans Netz und prompt machte Bellotti den Punkt. Haider-Maurer verlor danach sein Aufschlaggame ohne einen weiteren Punkt zu machen und Bellotti gewann dann auch sein Service-Gam zu null. Haider-Maurer kämpfte zwar bis zum Schluss, doch am Ende musste er auch den zweiten Satz mit 5:7 verloren geben.

„Der Netzangriff war für meine normalen Gegner nicht schlecht, aber für Bellotti nicht gut genug“, wusste auch er, dass danach das Spiel gekippt ist.

Aber unabhängig davon lobte auch Haider-Maurer die Turnieratmosphäre. „Ein tolles Turnier, nicht nur für mich, weil ich so weit gekommen bin, sondern weil die Veranstalter hier einfach etwas Großartiges auf die Beine gestellte haben.“ Und Bellotti meinte sogar: „Ich habe schon viele Challenger heuer in ganz Europa gespielt, aber keines war so gut organisiert, wie dieses Turnier.“

Wisberger bedankte sich bei seinem Team und bekam seinerseits von den Mitarbeitern einen kleinen Geschenkkorb. Und auch der Bürgermeister hatte eine Auszeichnung für ihn.