Michaela Polleres hat die Weltklasse im Blut. Topkämpferin Michaela Polleres schlittert weiter problemlos über ihre Konkurrentinnen hinweg. Das erkämpfte Gold vom Weltcup in Oberwart steht für eine Machtdemonstration.

Von Julian Widermann. Erstellt am 19. Februar 2019 (01:12)
Polleres

Zu Michaela Polleres gehen einem langsam die Superlativen aus. Das Aushängeschild des JC Wimpassing zelebrierte mal wieder ein Judo der ganz feinen Art, gepaart mit Aggressivität und Durchsetzungsvermögen. Wie sollte es auch anders kommen, setzte sich Polleres mit der Goldmedaille das i-Tüpfelchen auf.

Wurde noch im Vorjahr Lukas Reiter in Oberwart gefeiert, so stellte sich diesmal Michi Polleres ins Rampenlicht. Die erfahrene Athletin ist aus den Reihen des JCW Wimpassing nicht mehr wegzudenken. Wenn sie auf der Matte steht, sind alle Blicke auf sie gerichtet. Jeder halbwegs Judokundige erwartet das nächste Gustostückerl von ihr, die nächste Blitzattacke. Und wie in Oberwart liefert sie diese auch ganz gerne, und das mehrmals.

Zu spüren bekamen das gleich zu Beginn einmal die Kanadierin Hanako Kuno und die Deutsche Mina-Agneta Ricken. Polleres war hochkonzentriert und antizipierte bei beiden Kämpfen in den entscheidenden Momenten goldrichtig. Finalgegnerin Anka Pogacnik aus Slowenien nahm die Hürde „Polleres“ mit Wohlwollen an, doch das nur für kurze Zeit. Wimpassings Aushängeschild machte schnell klar, wer Herr auf der Matte ist und setzte sich eindrucksvoll durch. Trainer Adi Zeltner war höchst erfreut: „Michi ist seit Jahren nicht nur die erfolgreichste, sondern auch die beständigste ÖJV-Dame von allen Österreicherinnen. Noch dazu kommt sie aus dem Eigenbau!“

Eine starke Performance bot auch Tina Zeltner, der ja zuletzt eher wenig gelang. Die Tochter von Coach Adi Zeltner triumphierte zum Auftakt gegen die Kasachin, Azhar Salykova bravourös. Anschließend musste sie sich gegen die spätere Turniersiegerin Gankhaich Bold aus der Mongolei in einem ausgeglichenen Kampf geschlagen geben. „Es war ein starker Kampf von Tina. Leider traf sie eine Runde zu früh auf die gesetzte Grand Slam-Medaillengewinnerin“, so Adi Zeltner. Weitere Wimpassingerinnen wie Sarah Mairhofer oder auch Marlene Hunger blieben ohne Sieg.

Für Mairhofer sah es jedoch lange Zeit sehr gut aus. Sie konnte gegen ihre Kontrahentin Haraigoshi mit Wazaari in Front gehen. Nur wie es das Schicksal dann wollte, wurde die Judoathletin kurz vor Kampfende durch einen Würgegriff überrascht.

Marlene Hunger war an diesem Tag eine absolute Newcomerin. Sie durfte als Juniorin ein erstes Mal in den Weltcupzirkus hineinschnuppern und wichtige Kampferfahrung sammeln.