Michaela Polleres auf Spitzenplatz. Michaela Polleres ist in Hinsicht auf die Olympia-Qualifikation für Tokio 2020 mit Rang vier im Ranking Österreichs Top-Leaderin. Gegen die Zweitplatzierte sicherte sie sich Bronze.

Von Julian Widermann. Erstellt am 30. Juli 2019 (01:12)
C. Fidler
Zufrieden. Michaela Polleres katapultierte sich nach vorne.

Michaela Polleres klettert die Leiter zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio weiter empor. In der Topbegegnung gegen die im Olympia-Ranking Zweite, Kelite Zupancic, setzte sie eine deutliche Duftmarke und gewann nach cleveren Kontern Bronze. Mit aktuell Rang vier im Olympia-Ranking zählt sie zum Maßstab der Dinge.

Der nächste Streich von Polleres in der Olympia-Quali ließ nicht lange auf sich warten. Beim Grand Prix gab die Wimpassingerin vom Beginn weg Vollgas. Gleich in der Vorrunde besiegte sie mit all ihrer Routine die Außenseiterinnen Memneloum und Xiaoqian Sun vorzeitig durch Ippon.

Auch die frischgebackene Bronze-Medaillengewinnerin der European Games, Barbara Matic, tappte bei der Suche nach einem Rezept gegen Polleres im Dunkeln. Das Poolfinale gegen die Kroatin ging also bereits nach 50 Sekunden an die Österreicherin. Im Halbfinale setzte es für die Judoathletin gegen die vierfache Europameisterin Polling plötzlich einen Dämpfer. Für Polleres war von Beginn an klar, dass eine Medaille das Ziel sein muss, um im Ranking von Platz acht nach vorne zu preschen. Insgesamt dürfen pro Gewichtsklasse 24 Athleten die Reise nach Asien antreten.

Das Blatt kann sich sehr schnell zum Guten, aber auch zum Schlechten wenden, deshalb zählt jeder einzelne Punkt. Da kam der Wimpassingerin die Topkämpferin Kelite Zupancic aus Kanada gerade recht, so ironisch es klingt. Die Nordamerikanerin war und ist aktuell Zweite im Ranking und daher der optimale Prüfstein, den es zu bewältigen galt, um zumindest Bronze zu ergattern. Chefcoach Adi Zeltner und Michaela Polleres stellten in der Gegneranalyse fest, dass Zupancic zwar stark im Attackieren, aber anfällig bei Konterversuchen ist.

Somit wartete Polleres fürs Erste ab und ließ die Kanadierin Angriffsversuche starten, die für ihre Gegnerin prompt ins Leere gingen. Wie taktisch im Vorhinein besprochen, ließ Polleres Zupancic angreifen und setzte im richtigen Moment zu Kontern an. Die überraschte Kanadierin fand sich am Boden der Matte wieder. Polleres gewann Bronze und brachte ihre Freude mit einer Pose zum Ausdruck. Neben 2.116 erreichten Olympia-Punkten ist die Wimpassingerin mit aktuell Rang vier bis 70 Kilogramm Österreichs Top-Leaderin. „Dieser Erfolg kam gerade im richtigen Moment. Jetzt kann sich Michi in Ruhe auf die WM in Tokio Ende August vorbereiten“, freute sich Zeltner.

Glücklos blieben in Zagreb Aaron Fara und Lukas Reiter. Sie verloren ihre Auftaktkämpfe. Fara befindet sich im Ranking auf Rang 37. Reiter ist auf Platz 71.