Neunkirchner Läufer:„Spielt sich im Kopf ab“. Seit exakt 27 Jahren nimmt der 63-jährige Hans-Peter Burger an Ultraläufen teil. Beim 24 Stunden-Lauf in Bad Blumau konnte sich der erfahrene Sportler nun Platz eins sichern.

Von Julian Widermann. Erstellt am 23. Juli 2019 (02:41)
Burger
Hartgesotten. Hans-Peter Burger ist nach wie vor in Form.

Hans-Peter Berger weiß, worauf es bei Ultraläufen ankommt. In jüngeren Zeiten lebte der Extremsportler streng vegetarisch und lief Sechs-Tage-Rennen mit jeweils drei Stunden Schlaf – brach sogar diesbezüglich mit 653 zurückgelegten Kilometern 2004 den österreichischen Rekord.

Heute lässt er es etwas ruhiger angehen. Seine Leistung beim 24 Stunden-Lauf war für heutige Verhältnisse dennoch eine Meisterleistung.

„Es spielt sich alles nur im Kopf ab. Jeder kann das schaffen, wenn er nur will. Körperlich kann man sich nicht wirklich darauf vorbereiten“, gibt Hans-Peter Berger Einblicke in seinen 27-jährigen Fundus an Erfahrung. Genauso und nicht anders gestaltete sich für Berger auch die Vorbereitung auf den Ultralauf in Bad Blumau.

Es war eine Hitzeschlacht. Auf dem 1.181 Meter-Rundkurs gab es keinen Schatten",Hans-Peter Burger

Unter der Woche hat der nach wie vor agile Sportler 12-15 Kilometer zurückgelegt. Am Wochenende legte er noch einmal einen Zahn zu. Es bedarf auch einer enormen Anpassungsfähigkeit, um solche Extremen erfolgreich anzupacken. In Bad Blumau hatte es zwischendurch 35 Grad.

„Es war eine Hitzeschlacht. Auf dem 1.181 Meter-Rundkurs gab es keinen Schatten“, führte Burger aus. Der Start erfolgte um zehn Uhr. Extremläufer Burger rannten dabei 6:45 Stunden durchgehend, bis er die erste Pause einlegte.

Zu großem Dank war er auch seiner Frau Helga verpflichtet, die ihn Tag und Nacht mit Speis und Trank versorgte. Nachdem Burger von Beginn weg bei praller Hitze gelaufen war, machten sich am Himmel auf einmal dunkle Wolken sichtbar. Ein starkes Gewitter mit Regenschauer und starken Windböen folgte.

Das Laufen musste für zwei Stunden unterbrochen werden. Als sich das Unwetter wieder legte, ging es weiter. In den frühen Morgenstunden hatte Burger noch einige Konkurrenten eingeholt und schob sich von Rang elf auf Platz acht Gesamt vor. In seiner Klasse (M60) wurde er Erster.