Neunkirchen

Erstellt am 10. Oktober 2018, 06:15

von Julian Widermann

Lauf im Judo-Weltcup hält an. Beim Weltcup in Glasgow präsentierte sich Tina Zeltner abermals in Höchstform und konnte dank ihres kompromisslosen Kampfstiles Silber einfahren. Finale war Schlagabtausch.

Fairness. Tina Zeltner und ihre Kontrahentinnen Ines Prevot, Cristina Cabana Perez sowie Halbfinalgegnerin Maria Centracchio erwiesen sich als faire Sportakteure.  |  IJF

Tina Zeltner war in Schottland die einzige Judoathletin des JC Wimpassing, die sich vor Selbstbewusstsein nur so strotzend in den Vordergrund kämpfen konnte. Nach ihren heurigen Weltcuperfolgen in Rom, Warschau sowie Minsk, erkämpfte sie sich in einem mitreißenden Turnierverlauf in Glasgow die Silbermedaille. Der Schlüssel zum Erfolg setzte sich aus mentaler Härte und der Vorbereitung mit ihrem Vater Adi Zeltner zusammen.

In Runde zwei begann die gebürtige Neunkirchnerin gegen die Französin Ines Prevot eher zurückhaltend und sicherte sich erst im Golden Score mit Ippon den Sieg. Doch Tina Zeltner zu unterschätzen, wäre ein großer Fehler.

Vater als große Stütze

Außerdem bildete sie mit Vater Adi ein perfekt eingespieltes Duo: „Da ich Tina bei diesem Weltcup persönlich betreuen durfte und bei ihr an der Matte war, konnte ich sie jeweils optimal auf ihre nächste Gegnerin einstellen. Tina hat die vorgegebenen technischen und taktischen Vorgaben präzise eingehalten und erfolgreich umgesetzt!“

Diese geballte Kraft entfaltete sich dann vollends gegen die Spanierin Cristina Cabana Perez, mit der Tina Zeltner in 20 Sekunden kurzen Prozess machte. Einem technischen Gustostückerl der feinsten Sorte, in Form einer ausgeklügelten Vor- und Rückwärts-Finte, war die Spanierin nicht gewachsen.

Der anschließende Würgegriff entschied den Kampf zugunsten Zeltners endgültig. Im Halbfinale gegen die Italienerin Maria Centracchio strahlte die technisch versierte Neunkirchnerin erneut Dominanz aus und konnte ihre Gegnerin mit einer Beintechnik zunächst Wazaari werfen. Der weiterführende Festhaltegriff brachte den frühen Ippon und führte Tina Zeltner direkt ins Finale.

Spannung im Finale

Die Anspannung stieg. Als dann auch noch feststand, dass sich eine Neuauflage des Finales in Rom gegen Marela di Cintio anbahnte, gab es kein Halten mehr. Die Topbegegnung war perfekt und sie hielt das, was sie versprach. Zu sehen war dann ein offener Schlagabtausch über die volle Kampfzeit von vier Minuten.

Mit viel Herzblut geführt, endete die Begegnung doch zugunsten di Cintios, als Zeltner eine neue Möglichkeit des Boden-Zustands-Übergangs für sich nutzen wollte. Der Angriff misslang und besiegelte die Niederlage der Neunkirchnerin. Insgesamt absolvierte Tina Zeltner ein Topturnier und unterstrich ihren derzeitigen Höhenflug. Im November und Dezember wird es mit dem Grand Prix und Grand Salm weitergehen.