Erleichterung für Sportvereine: PRAE wird erhöht

Erstellt am 25. November 2022 | 16:44
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Die PRAE wird erhöht. Auf die Sportfunktionärinnen und -funktionäre könnte aber mehr Papierkram warten.
Foto: Sportunion
Erleichterung für Sportvereine: Die Aufwandspauschale für Aktive und Betreuer wird von 540 Euro im Monat auf 720 Euro angehoben. Aus der Praxis kommen aber nun Forderungen nach weiteren Adaptionen.

Der Name ist ein wenig sperrig. Dennoch spielt die Pauschale Reisekostenaufwendung (PRAE) im Sportbetrieb eine zentrale Rolle. Sie ermöglicht einen bestimmten Betrag pro Einsatztag bzw pro Monat  steuer- und sozialversicherungsfrei an Sportler, Trainerinnen, Übungsleiter, Zeugwart, Sportärztinnen, Schiris bzw Kampfrichterinnen als Aufwandserstattung auszuzahlen. Bislang lag der Betrag bei maximal 60 Euro pro Tag bzw 540 Euro pro Monat. Jetzt wird die PRAE erhöht.

"Die Erhöhung der PRAE um 33 Prozent hilft im Amateur- und Breitensport maßgeblich, um tausende Trainerinnen und Trainer, Lehrwarte, Übungsleiterinnen und Übungsleiter an die Vereine zu binden und eine kontinuierliche, hochwertige sportliche Ausbildung sicherzustellen", hofft der für Sport zuständige Vizekanzler Werner Kogler (Grüne).

Beträge nach 13 Jahren endlich angepasst

Künftig können 720 Euro monatlich ausbezahlt werden, die Tagesgrenze steigt sogar auf 120 Euro. Das hat die Bundesregierung am Freitag angekündigt - und damit eine Forderung der Sportverbände erfüllt. Auf eine entsprechende Regelung verständigten sich Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler und Finanzminister Magnus Brunner. Kogler spricht von einem "Meilenstein" und der Erfüllung eines langjährigen Wunsches der organisierten Sports.

Schließlich wurde die PRAE seit ihrer Einführung 2009 nicht valorisiert. Sport Austria-Präsident Hans Niessl bedankt sich bei Sportminister Werner Kogler und Finanzminister Magnus Brunner und betont: "Die Anhebung der PRAE ist ein wichtiger Impuls für den gemeinnützigen Vereinssport, weil sie den Sportbetrieb absichert und damit auch dazu beiträgt, die Vielfalt unserer Sportkultur aufrechtzuerhalten."

Angst vor zuviel Bürokratie

Einige Details sind noch offen. Die Interessenvertretung hofft noch auf die Erweiterung des Bezieherkreises um die für Durchführung einer Veranstaltung notwendigen Hilfskräfte. Außerdem drängt Sport Austria auf eine praktikable Umsetzung der angekündigten Meldepflicht der PRAE. Niessl: "Transparenz muss sein, keine Frage. Man muss aber aufpassen, dass die ohnehin schon von Bürokratie stark belasteten Funktionäre nicht irgendwann die Freude an der Tätigkeit verlieren. Aus diesem Grund setzt sich Sport Austria generell für eine Entbürokratisierung ein und tut das natürlich auch hier."

Grundsätzlich positiv reagiert auch die Sportunion. "Diese lange erwartete Erhöhung hilft, die Teuerungen im Amateur- und Breitensport abzufedern", erklärt Präsident Peter McDonald. "Bei vielen Betroffenen war es zuletzt schon so, dass ein Szenario gedroht hat, bei dem sie finanziell dazuzahlen müssen, wenn sie anderen die Ausübung ihres Sports ermöglichen wollen. Das wurde nun verhindert und es können wieder zeitgemäße Entschädigungen abgerechnet werden."

McDonald plädiert - wie auch Niessl - für eine möglichst einfache Handhabung der Meldepflicht. "Transparenz darf nicht als Folge haben, dass die Sportvereine im administrativen Aufwand untergehen, um zu ihrem Geld zu kommen. Generell könnte man das Thema als Denkanstoß nehmen, Vereinen in diesem Bereich die Arbeit zu erleichtern, damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können - den Sport."