Erstellt am 09. August 2018, 20:27

von APA Red

EM-Hürdensprint: Schrott "freut" sich. Entgegen den Erwartungen nicht Stephanie Bendrat, sondern die wiederstarkte Beate Schrott ist beste Österreicherin im Hürdensprint der Frauen bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin geworden. Schrott schied im Halbfinale mit 13,23 Sekunden als 21. aus, Bendrat, die erst kürzlich bei den Staatsmeisterschaften 12,94 auf die Bahn gezaubert hatte, wurde mit 13,43 nur 23. und Vorletzte.

Beate Schrott  |  APA

Erklärungen fand Bendrat keine, als Vorqualifizierte ohne Vorlaufteilnahme hatte die 27-Jährige nur dieses eine Rennen im Olympiastadion. "Da arbeitest du so lange hin, irgendwie bin ich jetzt so froh, dass es vorbei ist. Wenn Wind von vorne kommt, komme ich schon in ein anderes Muster. Ich bin technisch noch so holprig unterwegs, dass mich so Dinge rausbringen, dann läuft es halt nicht. Daran muss ich arbeiten."

Sie hatte das Gefühl, nicht so fokussiert gewesen und alles von außen wahrgenommen zu haben. "Vielleicht gibt es so Tage." Aber sie sei vor zwei Wochen unter 13 Sekunden gerannt, sie wisse, dass sie es könne. "Aber halt heute nicht. Ich werde jetzt noch drei, vier Wochen weitertrainieren, dann gehe ich in die Pause, die brauche ich dann auch. Aber jetzt brauche ich erst einmal ein paar Tage, um das zu verarbeiten."

Zufrieden konnte indes Schrott sein, nach nicht optimaler erster Hürde fand sie den Anschluss wieder. "Ich habe echt gekämpft, dass ich noch aufhole, mehr war heute nicht mehr drinnen", sagte die EM-Dritte von 2012. Vor allem die 13,06 aus dem Vorlauf, ihre schnellste Zeit seit drei Jahren, stimmten sie zuversichtlich. "Ich wusste, egal was heute passiert, ich werde mich freuen." Am 22. August wird sie noch in Polen laufen, außerdem hofft sie auf einen Start beim ISTAF Berlin am 2. September.

Eines der Bilder des Tages auf den Stadion-Leinwänden lieferte ihr Freund Christian Taylor, der in Lederhosen und Trachtenhemd mit Österreich-Fahne im Publikum saß. Der mehrfache US-Dreisprung-Olympiasieger und -Weltmeister hatte von der Niederösterreicherin bei einem Halbfinaleinzug die Erlaubnis für diesen Aufzug bekommen. "War ein ziemlicher Hit, oder", meinte sie lachend. "Es hat jedenfalls meine volle Unterstützung."