Heim-EM wirkt als Turbo für den Sport. Europameisterschaft sorgt für rot-weiß-roten „Boom“. Österreichs starke Vorrunde hat dafür den Grundstein gelegt.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 21. Januar 2020 (03:58)
Duell mit Weltklassemann. Der gebürtige Kremser Gerald Zeiner (r.) stemmte sich mit seinen Kollegen gegen Spaniens Star Jorge Maqueda.
APA/expa/Florian Schroetter

Handball ist in aller Munde. Dafür haben Österreichs Männer gesorgt. Mit begeisternden Auftritten bei der Heim-Europameisterschaft sorgten die Jungs von Teamchef Ales Pajovic für Furore. Die Vorrunde haben Fabian Posch & Co. souverän überstanden, viel Lob eingeheimst. Auch, wenn der Traum von einem Medaillencoup nach Niederlagen gegen die Top-Teams Kroatien und Spanien (jeweils 26:30) nun vorzeitig ausgeträumt ist.

„Die EM ist die Chance, den Handball nach vorne zu
rücken“, hatte ÖHB-Teamspieler Jakob Jochmann (UHK Krems) schon im Vorfeld gehofft. Die Resonanz bislang stimmt die Verantwortlichen positiv. Die Hallen in Wien und Graz waren bei den Austro-Auftritten stets prall gefüllt, und auch im TV zieht die EM. 315.000 wollten das Duell mit Spanien im ORF sehen – das entspricht einer Quote von 15 Prozent.

Beachtlich findet das ÖHB-Generalsekretär Bernd Rabenseifner: „Das Medienecho und wie wir in der Bevölkerung wahrgenommen werden, das übertrifft unsere Erwartungen“, freut sich der Tullner.

„Handball-Community wird durch EM größer“

Davon soll die heimische Szene auch langfristig profitieren. „Die Handball-Community wird größer, das Thema Handball ist ein Thema in der Bevölkerung“, sieht Rabenseifer viel Positives.

Sein Tullner „Landsmann“ Martin Hausleitner stimmt zu. „Die Atmosphäre in den Hallen war bisher großartig. Die Zuschauerzahlen sind deutlich besser als bei der EM in Kroatien 2018“, sagt der aktuelle Generalsekretär des Europaverbandes EHF, der bei
Österreichs erster Heim-EM 2010 als Organisationschef tätig war. Die Aufstockung auf 24 Teams – wie sie auch im Basketball und im Volleyball vollzogen worden ist – habe sich bewährt, sagt Hausleitner. „16 Nationen können die Leistungsfähigkeit nicht mehr abdecken.“ So sei es auch leichter möglich, „Länder zu entwickeln. Wir brauchen sie, um den Handball dort präsentieren zu können.“

Daumen drücken für die Gastgeber? Das macht Hausleitner nicht: „In der Funktion als EHF-Generalsekretär bist du für alle da.“