Hoch hinaus auf der Wand. Die große Leidenschaft von Lukas Mayerhofer ist das Klettern. Wann immer es möglich ist, geht der 18-Jährige mit schroffen Felswänden, wie bei der Toptour „Erfolg ist trainierbar“ (in den Adlitzgräben bei Schottwien),auf Tuchfühlung.

Erstellt am 18. April 2019 (17:20)
Christian Kahlfuss

Wie Spider-Man hängt er in der steilen Felswand. Jeder Muskel ist angespannt. Er ist konzentriert und fokussiert auf den nächsten Zug, auf den nächsten Griff. Der Blick ist nach oben gerichtet. Seine Erfahrung sagt ihm, wo er zugreifen muss, wo sich seine Finger am Fels festklammern müssen, um sein gesamtes Körpergewicht halten zu können. Geschafft!

Was scheinbar schwerelos aussieht, hat sich Lukas Mayerhofer schwer erarbeitet. In der Kraftkammer am Dachboden, in der er mindestens 15 Stunden in der Woche seinen ganzen Körper von der großen Zehe bis zum Mittelfinger trainiert. So schafft der leidenschaftliche Kletterer die Voraussetzung dafür, einerseits für längere Zeit seine Körperspannung in der Wand halten zu können und andererseits auch geistig fit für die Herausforderungen in schwindelnden Höhen zu sein. Denn: „Der Kopf ist der wichtigste Muskel im Klettersport“, ist Lukas überzeugt. Auch weiß er: „Klettern ist eine der schwierigsten Sportarten, denn es ist eine Kombination aus Kraft, Technik und Erfahrung.“

Irmgard Mahowsky-Mayerhofer


Trainiert wird übrigens nur alleine, weil „jeder Faktor von außen die Leistung reduziert und mich ablenkt“. Und Ablenkung kann der 18-jährige Sooßer (Bezirk Melk) nicht gebrauchen, will er ja hoch und noch höher hinaus. Nicht mehr im Wettkampf, sondern um seine eigenen Grenzen kennenzulernen. „Ich will wissen, wo mein Limit ist, wie viel Luft noch nach oben ist“, sagt er.

Deshalb ruft Lukas in jeder freien Minute meist nicht der ganze Berg, sondern es locken ihn spezielle Routen und Wände rund um den Dachstein und im Semmeringgebiet, oft auch im Gesäuse und im Höllental. Ab und zu begleitet ihn dabei sein Vater, der ihn bereits mit drei Jahren mit auf den Berg genommen und ihn so Step by Step mit dem Virus Klettern infiziert hat. Im Winter bouldert er vorrangig in Hallen, meist in der Blockfabrik in Wien und im Kletterzentrum Weinburg.

Christian Kahlfuss


Und wie geht’s nach der Matura – Lukas ist gerade in der heißen Phase – beruflich weiter? „Wenn alles gut geht, würde ich gerne Sportwissenschaften studieren.“ Und beim Klettern? Da warten große und schwierige Touren im Ausland, wie die Rocklands in Südafrika oder der Magic Wood in der Schweiz. Perfekt, um sich neue Ziele zu setzen und seine Grenzen auszuloten ...