Kühbauer vor Admiras Duell mit Sparta optimistisch

Erstellt am 01. August 2012 | 15:12
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Nach dem Höhenflug in der Fußball-Bundesliga vergangene Saison will sich Admira Wacker Mödling auch 18 Jahre nach den Erfolgen im UEFA-Cup international wieder nachdrücklich bemerkbar machen.
Die erste Aufgabe mit Schalgiris Vilnius souverän mit dem Gesamtscore von 6:2 erledigt, wartet am Donnerstag (Beginn 21.05 Uhr/live ORF eins) in der Südstadt mit dem tschechischen Traditionsclub Sparta Prag eine weit größere Hürde. Im Heimspiel gegen den vielfachen tschechoslowakischen und tschechischen Meister soll der Grundstein für den Aufstieg ins Play-off der Europa League gelegt werden. Eine Woche später folgt in Prag das Rückspiel.

"Sparta ist klarer Favorit, aber wir werden alles, was wir haben, in diese Begegnungen legen, und im Fußball ist schon so viel passiert", meinte Admira-Coach Dietmar Kühbauer, der auf die entsprechende Unterstützung durch das Publikum - wie gegen die Litauer - hofft. "Wir können es schaffen, wenn wir zweimal gut drauf sind", so der Trainer. Über den Gegner ließ sich Kühbauer u.a. von seinem Assistenten Manfred Nastl informieren, der am Samstag dem Liga-Auftakt von Sparta auswärts gegen den Lokalrivalen Dukla beiwohnte.

Nastl erlebte ein 1:1, wobei die Gastgeber durch einen von Svejdik verschuldeten Elfer in der 30. Minute in Führung gingen. Den nach der Pause gegen die meist verteidigende Dukla-Elf anstürmenden Spartanern glückte erst in der 93. Minute durch den Kameruner Leonard Kweuke der Ausgleich. Ein 1:1 gegen Dukla hatte den Admira-Gegner, der auf Kapitän Marek Matejovsky und Vaclav Kadlec (beide verletzt) verzichten musste, in der vergangenen Saison auch im Kampf um den Meistertitel (es wäre der 12. seit der Trennung von der Slowakei gewesen) zurückgeworfen.

Aber nicht nur die Admira nahm Sparta genau in Augenschein, sondern auch die Prager "spionierten" in der Südstadt. Der seit Sommer amtierende Cheftrainer Vitezslav Lavicka (49) hatte ein Team mit seinem Assistenten Zdenek Svoboda nach Niederösterreich geschickt. Svoboda war vom sehr selbstbewussten Auftreten der Gastgeber, ihrer Schnelligkeit und physischen Präsenz beeindruckt.

"Ihre Offensive, ihr Tempo, Dynamik und Konterspiel müssen wir respektieren", so der Coach, der allerdings auch Schwächen in der Defensive ("Darauf und auf unsere Stärken müssen wir den Fokus legen") registrierte. Besonders angetan zeigte er sich von seinem Landsmann Patrik Jezek, der - wenn auch erfolglos - einst für Sparta spielte und Patrick Mevoungou, dessen Aktionsradius, defensiv und offensiv, ihm imponierte.

Während die Admiraner in Erinnerungen an die UEFA-Cup Erfolge vor 18 Jahren gegen den damaligen polnischen Tabellenführer Gornik Zabrze (Gesamtscore 6:3) und AS Cannes (5:3) schwelgten, ehe im Achtelfinale gegen Juventus mit Baggio, Vialli und Co. (2:5) Endstation war, kramten die Tschechen einen 5:1-Heimsieg gegen die Admira im Mitropacup 1927 aus dem Archiv. Das Rückspiel in Wien ging zwar 3:5 verloren, aber der Mitropacupsieger hieß Sparta.

Doch das ist Musik von vorvorgestern. In jüngerer Zeit schafften die Prager mehrere Champions League-Teilnahmen (zuletzt 2005/06), 2003/04 kam das Aus gegen den AC Milan erst im Achtelfinale. Interessant auch, dass Sparta nach Ende der auf Platz zwei hinter Slovan Liberec beendeten Meisterschaft kein einziges der Vorbereitungsspiele verlor, u.a. während des Österreich-Trainingslagers BW Linz 3:1 schlug und beim Mini-Turnier in St. Pölten gegen die Hausherren 0:0 und gegen Rapid 1:1 spielte. Legia Warschau, der Kontrahent der SV Ried, wurde mit 4:0 abgefertigt.

Für die Admiraner ist das alles von wenig Belang. Sie wollen ihre Außenseiter-Chance nützen. Nach dem missglückten Meisterschaftsstart mit der 0:2-Heimschlappe gegen SV Ried holten sich die Südstädter mit ihrem 5:1 Triumph gegen Schalgiris und dem 2:1 in Innsbruck wieder viel  Selbstvertrauen. "Wir freuen und auf Sparta", sagte Stefan Schwab, und Kapitän Richard Windbichler meinte kurz und bündig: "Sie können kommen."

"Sparta kann uns nicht überraschen, das ist eine technisch gute Mannschaft wie alle tschechischen. In der Defensive müssen wir gut stehen und sie selber unter Druck setzen. Wir sind vorbereitet", betonte Kühbauer, der im Mittelfeld auf den verletzten Daniel Toth verzichten muss. Nicht zuletzt das Publikum soll helfen: 5.000 Tickets wurden bereits verkauft, für Sparta 336 zur Verfügung gestellt.