Frauenpower aus St. Pölten bei WM. St. Pöltens Parade-Athletinnen Ivona Dadic und Beate Schrott stehen bei der Weltmeisterschaft im Brennpunkt.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 01. Oktober 2019 (01:53)
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Links: Überfliegerin. Mehrkampf-Ass Ivona Dadic will in Doha aufs Stockerl springen.; Rechts: WM als Olympia-Test. Tokio 2020 soll das letzte große Highlight in der Sportkarriere von Hürdensprinterin Beate Schrott werden.

Blau-gelbe Frauenpower ist bei der seit Freitag in Doha laufenden Leichtathletik-Weltmeisterschaft gefragt. Während Siebenkämpferin Ivona Dadic als Edelmetall-Kandidatin gilt, hat Beate Schrott – erst im letzten Moment per Einladung des Weltverbandes auf den WM-Zug aufgesprungen – andere Ziele für ihr letztes Antreten bei einer Weltmeisterschaft. „Nach dem Sommer 2020 geht’s in den sportlichen Ruhestand“, verrät die 31-Jährige. Mit Olympia und der Freiluft-EM hat sie noch zwei Highlights im Hinterkopf.

Nach Olympia vor den Trau-Altar

„Wenn ich ins Semifinale komme, wäre das schon super“, sagt Schrott, „noch wichtiger sind die Punkte für die Olympia-Quali, noch mal Erfahrung bei einem Großereignis zu sammeln.“ Bei den Spielen in Tokio will sich die Union-Athletin von der ganz großen Bühne verabschieden, in genau einem Jahr wird Beate mit ihrem Verlobten Christian Taylor in den USA vor den Traualtar treten. Der Weltklasse-Dreispringer und die Hürdensprinterin werden sich in Doha gegenseitig unterstützen. „Es tut uns beiden gut, wenn wir wissen, dass da jemand ganz Besonderer auf der Tribüne die Daumen drückt“, lächelt Schrott.

Während die St. Pöltnerin, die im Vorfeld das Limit nur knapp verpasst hatte, erst kurzfristig zur WM-Chance kam, läuft die „Operation Doha“ im Lager von Ivona Dadic seit Monaten. „Der Formaufbau passt perfekt, technisch hab’ ich in dieser Saison viel weitergebracht“, sagt die Siebenkämpferin, die vor zwei Jahren in London Rang sechs erobert hat. Für eine Chance auf Edelmetall ist ein neuer Austro-Rekord notwendig. Dessen ist sich Dadic, aktuell Nummer acht in der Jahresbestenliste, bewusst.

„Ich will meine Leistung bringen, welche Platzierung dann herauskommt, kann ich eh’ nicht beeinflussen.“ Der heimische Rekord (aufgestellt von Verena Preiner in Ratingen) steht bei 6.591 Zählern. „Für Ivi sind bis zu 6.800 Punkte machbar“, glaubt Dadic-Coach Philipp Unfried. Extrem ist nicht nur die Leistungsdichte, extrem sind auch die äußeren Bedingungen. Selbst in der Nacht klettern die Temperaturen im Emirat Katar auf 35 Grad. „Vielleicht wär’s eine gute Idee gewesen, in der Sauna zu trainieren“, scherzt Dadic, der allerdings „Hitze lieber als Regen und Kälte“ ist. Für die Wettkämpfe soll das Khalifa International Stadium auf angenehme 26 Grad heruntergekühlt werden.