Niederösterreich sucht Standort für Nationalstadion. Stadionneubau in Wien scheint aussichtslos. ÖFB-Boss Leo Windtner stößt dafür in Niederösterreich auf keine tauben Ohren.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 12. Juni 2019 (05:07)
APA/Jäger
Das Wiener Ernst-Happel-Stadion macht optisch aus der Luft durchaus was her. Zu ebener Erd’ und bei genauer Betrachtung genügt es den modernen Ansprüchen nicht mehr. Der ÖFB wünscht sich ein neues Nationalstadion und denkt dabei an Niederösterreich.

Die Versäumnisse der Vergangenheit holen den österreichischen Fußball ein. Diesmal weniger sportlich, sondern was die Infrastruktur betrifft.

Der vielfach geforderte Neubau eines Nationalstadions in Wien anlässlich der Heimeuropameisterschaft 2008 passierte nicht. Stattdessen wurde das altehrwürdige Ernst-Happel-Stadion mehr behelfsmäßig denn zukunftsträchtig renoviert. Für die Anforderungen eines modernen Fußballverbandes blieb es unbrauchbar. Österreich hinkt im internationalen Vergleich hinterher. Erst recht eine Dekade danach.

Zwar hielt Österreichs Fußballbund das Thema stets am Köcheln, richtig Druck übte aber erst der seit 2009 amtierende Präsident Leo Windtner aus. Er stieß politisch in Wien aber sowohl puncto neuerlicher Renovierung als auch puncto Neubau auf wenig offene Arme.

Bohuslav beauftragt Standortsuche

Jetzt wandte sich der ÖFB-Boss an Niederösterreich, kann sich auch vorstellen, dass das Nationalstadion im Wiener Umland gebaut werden soll.

Im Land Niederösterreich stieß Windtner jedenfalls nicht auf taube Ohren. VP-Sportlandesrätin Petra Bohuslav beauftragte Niederösterreichs Wirtschaftsagentur Eco Plus mit der Standort-Evaluierung: „Wir freuen uns, dass der ÖFB beim neuen Nationalstadion an Niederösterreich denkt und sind natürlich gerne behilflich bei der Standortsuche.“

„Wir sind erst in der Sondierungsphase“ Leo Windtner

Gute Verkehrsanbindung und Flughafennähe, so lauten die Anforderungen seitens des ÖFB. Das Projekt soll auch ein Fußballkompetenzzentrum, Bürogebäude und ein adäquates Trainingsgelände umfassen. Bei den möglichen Kosten oder einem Zeitplan zuckt Windtner auf NÖN-Anfrage noch mit den Achseln. „Wir sind erst in der Sondierungsphase“, lässt der Oberösterreicher wissen.

Dabei wären gerade diese Zahlen für Niederösterreich interessant, werden für das neue Nationalstadion samt Nebengeräuschen Kosten von knapp 500 Millionen Euro kolportiert.

Ob das Land Niederösterreich dann, so wie bei den Stadion-Neubauten in St. Pölten oder Wiener Neustadt, auch mit einem Drittel der Kosten als Fördergeber auftritt? Damit will man sich erst beschäftigen, wenn konkrete Zahlen auf dem Tisch liegen.

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