Michaela Polleres: „Ich will das gewinnen“. Judoka Michaela Polleres hob am Freitag mit einem klar formulierten Ziel nach Tokio ab. Die WM-Dritte zählt zum – allerdings breiten – Anwärterkreis auf Gold.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 21. Juli 2021 (03:33)
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Ruhe fand sie und Kraft tankte Michaela Polleres vor ihrem Ablug nach Japan in der Neunkirchner Heimat.
ÖOC/Stadler, ÖOC/Stadler

Michaela Polleres gilt im ÖOC-Team als einer der heißesten Tipps auf Edelmedall. Die am Donnerstag 24 gewordene Neunkirchnerin aber als Medaillenbank zu bezeichnen, wäre vermessen. Das gibt die Sportart einfach nicht her, wie die Judoka erklärt: „Bei uns kann es in jeder Sekunde vorbei sein. Das ist schon noch einmal speziell.“ Polleres denkt dabei zum Beispiel an die Schwimmer, die stets wissen, wo sie ungefähr landen werden, wenn sie ihre Bestleistungen abrufen: „Im Judo ist das eben anders.“

Großer Kreis an Medaillenanwärterinnen

Ob sie der Gedanke an die omnipräsente Gefahr des Scheiterns lähmt? „Gar nicht. Wir sind das ja so gewohnt!“ Der k.o.-Modus bringt aber auch mit sich, dass sich der Kreis der Favoriten verbreitert. „Dass da plötzlich eine auftauchen wird, die vorher niemand kannte und dann Gold holt, das schließe ich aus. Es gibt aber gut 15 Judoka, die jederzeit für eine Medaille gut sind“, weiß Polleres.

„Wenn ich auf der Matte stehe, dann blende ich alles andere aus.“ Für Judoka Michaela Polleres machen die fehlenden Zuschauer während des Kampfes keinen Unterschied.

Sie zählt sich selbst dazu. Und mehr noch. „Ich will das gewinnen. Das ist mein Ziel“, redet die Neunkirchnerin nicht um den heißen Brei.

Olympisches Flair saugte die Heeressportlerin bisher noch nicht auf. Es sind ihre ersten Spiele. Und die werden ohnehin keine normalen Spiele sein. Zuschauer werden keine erlaubt sein. Die Sportler dürfen sich im Olympischen Dorf zwar frei bewegen, dürfen aber keine anderen olympischen Bewerbe besuchen. „Klar ist das schade, aber das müssen wir so akzeptieren.“ Die fehlenden Zuschauer sind für Polleres ohnehin kein Thema: „Wenn ich auf der Matte stehe, dann blende ich alles andere aus.“

Elf Tage hat die Neunkirchnerin Zeit, um sich in Japan zu akklimatisieren, ehe ihr Bewerb (bis 70 Kilo) steigt. Trainieren wird sie vor Ort mit dem österreichischen Judo-Team. Sparringpartner werden dabei auch männliche Judoka sein, wie Polleres verrät: „Shamil Borchashvili startet im Bewerb bis 81 Kilo. Das geht schon.“