Benjamin Karl holt seinen fünften WM-Titel. Benjamin Karl holte bei der Snowboard-WM im slowenischen Rogla im Slalom die Goldmedaille. Der 35-jährige Wilhelmsburger, der am Montag im Riesentorlauf noch in der Qualifikation gescheitert war, setzte sich im Finale gegen seinen Landsmann Andreas Prommegger durch.

Von Bernhard Schiesser. Update am 03. März 2021 (06:20)
Benjamin Karl
GEPA pictures/ Matic Klansek

Ausgerechnet im Slalom holte Benjamin Karl seine zehnte Einzelmedaille bei Großereignissen. Dabei hatte sich der Wilhelmsburger im Vorfeld der WM im Riesentorlauf weitaus bessere Chancen auf Edelmedall ausgerechnet. Da scheiterte er aber bereits an der Quali-Hürde, schaffte es nicht unter die besten 16. Im Slalom sollte sich das ändern. „Großartig. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal im Slalom auf dem Podium gestanden bin.“ 

Karl zweimal knapp vor dem Aus 

Als Zwölfter souverän in der Qualifikation kämpfte sich Karl in die KO-Duelle. „Gegen mich fährt niemand gern“, lächelte der Routinier bereits im Vorfeld. Und Karl zeigte warum: Zwar war der 35-Jährige weder im Achtelfinale gegen den Österreicher Payer, noch im Viertelfinale gegen den Schweizer Caviezel fehlerfrei. In den finalen Toren fing er seine Konkurrenten aber stets noch ab. 

Den Quali-Schnellsten abgestaubt 

Souverän dann Karls Auftritt im Semifinale gegen den Quali-Besten, den Russen Sobolev. Der Niederösterreicher setzte einen beinahe fehlerfreien Lauf in den slowenischen Schnee und zog ins Finale ein. Eine Medaille war ihm damit bereits sicher.  

„Angstgegner“ Prommegger besiegt 

Dort traf er auf seinen Landsmann Andreas Prommegger. Gegen den Salzburger hatte Karl vor diesem WM-Finallauf eine negative 7:26-Bilanz. Auch bei der WM 2017, als Karl zwei Silbermedaillen gewann, scheiterte er im Finale zweimal am 40-Jährigen. „Aber diesmal, ja diesmal war halt ich dran“, strahlte Karl im Ziel.  

Neben seiner bekannten Nervenstärke führte der Wilhelmsburger vor allem sein neues Kessler-Board als Erfolgsgarant ins Treffen. „Ich hab es ja im Vorfeld gehofft, dass wir da etwas gefunden haben, mit dem ich richtig schnell bin. Und genau so war es.“ 

Bereits 2009, 2011 (zweimal) und 2013 krönte sich Benjamin Karl zum Weltmeister. In Rogla setzte sich der 35-Jährige zum fünften Mal die Krone auf. 

APA/KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER