Lichtenwörth

Erstellt am 12. Juni 2018, 02:36

von Bernhard Schiesser

Becker: „Nur eine Frage der Zeit, bis Thiem gewinnt“. Die Tennisexperten Boris Becker und Alexander Antonitsch sind sich einig. Irgendwann wird der Lichtenwörther Dominic Thiem in Paris gewinnen. Noch war Nadal zu stark.

Dominic Thiem (l.) musste sich in Paris mit einer Anerkennungsplakette zufriedengeben. Rafael Nadal staubte den Siegespokal ab.  |  APA/Archambault

Es hätte der perfekte Sport-Sonntag werden sollen. Doch weder Dominic Thiem noch das österreichische Fußballnationalteam erfüllten die Erwartungen.

Während die rot-weiß-roten Kicker gegen Brasilien mit 0:3 untergingen, verlor auch Österreichs Tennis-Idol mit dem selben Ergebnis das Endspiel der French Open gegen Rafael Nadal. Die Tennis-Partie war aber weit knapper, als das 4:6,3:6 und 2:6 vermuten lässt.

"Da hatte ich große Angst"

Vor allem im ersten Satz bot der 24-jährige Lichtenwörther dem acht Jahre älteren Spanier einen Kampf auf Augenhöhe. „Da haben ein paar enge Punkte entschieden“, sah Tennis-Experte Alexander Antonitsch das Match an der Kippe. Für den Waldviertler Tennis-Profi Andreas Haider-Maurer, der in Runde eins gegen den Russen Karen Chatschanow scheiterte, war das 4:6 praktisch die Entscheidung: „Wenn Nadal so gut spielt, dann musst du den ersten Satz gewinnen, ansonsten hast du keine Chance.“ Eine vermeintlich kleine Gelegenheit, ins Spiel zurückzufinden, eröffnete sich im dritten Satz, als Nadal Krämpfe in der Schlaghand quälten. „Da hatte ich große Angst“, gestand Nadal bei der Siegerehrung. Während sich der Krampf beim Spanier aber wieder löste, wirkte Thiem im Finish ziemlich verkrampft.

Der Lichtenwörther war nach dem Spiel dennoch zufrieden: „Für mich waren es trotzdem zwei wunderbare Wochen.“ In Richtung seines Kontrahenten meinte Thiem: „Ich hoffe, dass ich bald eine weitere Chance bekomme, vielleicht sogar gegen dich, das wäre ein Traum.“

Vorerst blieb Rafael Nadal der unangefochtene König von Paris. Er gewann die French Open bereits zum elften Mal. „Elfmal dieses Ding zu gewinnen, ist ein unfassbarer Rekord“, schüttelt Antonitsch den Kopf. Doch der Gaadener, der in Paris für Eurosport kommentierte, ist sich sicher, dass Thiem irgendwann der Nachfolger von Nadal werden wird. Genauso wie sein Eurosport-Kollege Boris Becker, der nach dem Matchball meinte: „Es ist nur eine Frage der Zeit. Irgendwann wird Thiem hier gewinnen.“