Weiter Polit-Streit um Geisterspiel-Verordnung. Trotz zugesagter finanzieller Hilfe schießen sich NEOS, Grüne und Freiheitliche weiter auf die NÖ Landesregierung ein. Sie fordern wieder Spiele mit Zuschauern zuzulassen.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 16. Oktober 2020 (14:27)
Bert Bauer

Die Verordnung der NÖ Landesregierung – bei oranger Corona-Ampel nur Geisterspiele zuzulassen – sorgte nicht nur bei den Fußballklubs für kontroverse Diskussionen. Auch in der NÖ-Politlandschaft gingen die Wogen hoch. Seit VP-Sportlandesrat Jochen Danninger, flankiert von seinem VP-Klubobmann Klaus Schneeberger und SP-Klubobmann Reinhard Hundsmüller am Donnerstag verkündete, den betroffenen Vereinen unter die Arme zu greifen, kehrte zumindest auf den NÖ-Fußballplätzen halbwegs Entspannung ein. Die politischen Debatten laufen hingegen weiter. 

SPÖ sieht jetzt Planungssicherheit für Vereine 

Die SPÖ spricht davon, die Geisterspielprämie durchgesetzt zu haben. „Wir hoffen, dass wir den Vereinen nun eine gewisse Planungssicherheit bis zur Winterpause gewährleisten können. Die Aufrechterhaltung des Spielbetriebes, sowohl im Erwachsenen- als auch im Nachwuchsbereich, war für die Sozialdemokratie sofort nach Bekanntwerden der neuen Verordnung ein Gebot der Stunde.“ 

NEOS kritisiert Alleingang Niederösterreichs 

Grüne, NEOS und Freiheitliche gehen kritischer mit dem Thema um. Die NEOS würdigen die Finanzspritze zwar, fordern aber auch ein, die tatsächlichen Kosten der Klubs im Auge zu behalten. „„Dass es sich bei der Hilfe des Landes um nicht rückzahlbare Zuschüsse handelt, halte ich für richtig. Jetzt gilt es allerdings die finanzielle Situation der Vereine genau im Auge zu behalten und darauf zu achten, dass die Kosten wirklich gedeckt werden.  Am Ende des Tages darf es jedenfalls nicht so sein, dass die Vereine durch den Alleingang Niederösterreichs bei den Corona-Maßnahmen mit einem Minus aussteigen“, sagt Landessprecherin Indra Collini. 

Grüne fordern Ende der Geisterspiele 

Die Grünen fordern weiterhin die Aufhebung des Zuschauerverbotes. Grünen-Sportsprecher Georg Ecker wird deutlich: „Unsere Vereine wollen vor Zuseherinnen und Zusehern spielen, das muss wieder ermöglicht werden. Die von Landeshauptfrau Mikl-Leitner ausgerufene Sportsperre ist nicht mit Geldmitteln wieder gut zu machen, denn sie wirkt sich nicht nur auf die Vereinskonten negativ aus, sie beeinträchtigt auch den Zusammenhalt in Vereinen und das soziale Gefüge, das rund um die Sportvereine besteht“. Ecker spricht von wichtigen sozialen Einrichtungen in ländlichen Gebieten, die grundlos aus der Bahn gerissen worden seien. Er appelliert direkt an die Landeshauptfrau: „Beenden Sie diese willkürliche Maßnahme.“ 

FPÖ sehen auch die SPÖ in der Verantwortung 

Auch die FPÖ schlägt in eine ähnliche Kerbe. „Es gibt eine simple Lösung, damit die Sportvereine in Niederösterreich nicht weiter unter die Räder kommen. Sportstätten öffnen und die Vereine arbeiten lassen. Somit ist gewährleistet, dass jeder Sportverein den gewohnten Betrieb aufrechterhalten kann“, sagt FPÖ-Klubobmann, Udo Landbauer. „Die Vereine haben bereits viel Zeit und Geld investiert, um die Vorgaben des Bundes umzusetzen. Warum dennoch keine Zuseher bei Sportveranstaltungen erlaubt sind, ist nicht nachvollziehbar! Die heute präsentierten Geldgeschenke sind zwar nett, werden aber nicht einmal einen Bruchteil der sonstigen Einnahmen aus Karten- und Kantinenverkauf decken“, kommentiert.  

Die SPÖ bezichtigt Landbauer gar des Verrats: „Es ist die SPÖ NÖ selbst, die in der Person von Landesrätin Königsberger-Ludwig für jedes einzelne Geisterspiel verantwortlich ist und die vielen tausenden Sportvereine im Land verraten hat. Sich jetzt hinzustellen und als großer Retter der Sportvereine zu gerieren, ist mehr als unehrlich. Wenn dem roten Klubobmann das Vertrauen in die eigene Landesrätin fehlt, dann sollten die Genossen das Personal in der Landesregierung überdenken.“ 

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