Als Erster am Turm

Erstellt am 01. Oktober 2013 | 20:03
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Foto: NOEN, ANDI.BRUCKNER
Towerrunning / Seinen zweiten Sieg bei einem Worldcup-Bewerb feierte der Mauerbacher LCW-Läufer Klaus Hausleitner.
Von Claus Stumpfer

Nachdem er zuvor die 256 Stufen auf den Sternenturm in Judenburg mit fünf Sekunden Vorsprung bei 1:20 Minuten Laufzeit bewältigt hatte, legte Klaus Hausleitner nun beim ungleich schwereren IZD-Lauf nach. „Über 648 Stufen in den 35. Stock des Gebäudes waren zu absolvieren“, schildert Hausleitner, der stolz ist, einige der besten österreichischen Treppenläufer dabei bezwungen zu haben.

Norbert Lechner (Top-15 der Welt) hatte ebenso das Nachsehen wie der 47-jährige Rolf Majcen. „Auf längeren Distanzen ist der immer noch das Maß der Dinge in Österreich und führt die rot-weiß-rote Saisonwertung an“, hört man bei Hausleitner Bewunderung heraus. „Majcen hatte Erfolge auf der ganzen Welt!“

Damit ist Majcen auch Ronald Reitberger nicht unähnlich. Der 42-Jährige war zweimaliger Sieger beim Empire-State-Building-Run-up (2004, 2005), quasi der „Mutter“ aller Treppenlaufbewerbe. Außerdem waren beim IZD-Towerrunning mit Görge Heimann, Rafael Klosok und Enrico Gäbe starke deutsche Athleten am Start. Sie alle mussten sich aber Hausleitner beugen. Der schwärmt von der familiären Stimmung. „Es ist tatsächlich so, dass an erster Stelle der Kampf gegen die Stufen steht, und nicht jener gegen die anderen Läufer!“

Gestartet wird bei Treppenläufen in Intervallen von 35 Sekunden. Bei längeren Läufern kann es aber vorkommen, dass man überholen muss, weshalb der Vordermann eine wichtige Rolle spielt. Hausleitner hat sich daher gleich hinter seine LCW-Kollegen Alfred und Harald Frühwirth setzen lassen, um ein freies Stiegenhaus zu haben.

LCW-Teamkollegen  halfen mit

„Zwar sind alle beim Überholen fair, doch bei Teamkollegen ist es nochmals einfacher“, weiß Hausleitner, wem er seinen Erfolg zu verdanken hat. Dabei lieferten auch Vater und Sohn Frühwirth gute Zeiten ab. „Sie können stolz auf ihre Leistung sein“, lobt Hausleitner, für den sich auch nur die ersten zehn Stockwerke locker liefen. „Dann begann der Kampf, außer Schmerzen, die man niederkämpfen muss, denkt man da wenig!“

Ein paar Mal verlor Hausleitner seinen Laufrhythmus, aber im Ziel angekommen war alles egal. „Du sinkst nieder und liegst ein paar Minuten herum, auch die Frage nach der Zeit stellt sich da nicht.“ Umso größer war die Überraschung, als Hausleitner von seiner Führung erfuhr. „Ich stieg unten aus dem Lift und da stand auf der Ergebnisliste die Eins vor meinem Namen!“ Und diese Eins sollte nicht mehr verschwinden. Der größte Erfolg seiner bisherigen sportlichen Karriere wurde Hausleitner mit einem schönen Preis versüßt — ein Wochenende in München.

Noch hat der Läufer aber keine Zeit gefunden, das Oktoberfest zu genießen, denn es stehen weitere wichtige Rennen an. Die Weltcups von Prag und Graz sind die nächsten Herausforderungen. In Graz soll die Vorentscheidung in der österreichischen Meisterschaft fallen. Noch führt Majcen die Wertung an, aber auch Hausleitner hat Chancen, da die besten fünf Ergebnisse der Rennen in Österreich herangezogen werden.

Beim Freiluftlauf auf den Grazer Uhrturm werden am 5. Oktober auch die Nummer eins, drei und acht der Welt erwartet, außerdem starke österreichische Athleten. „Mein Ziel ist eine Zeit deutlich unter zwei Minuten und ein Platz unter den besten Österreichern“, sagt Hausleitner.