Landesmeistertitel für Tullnerbacherin Marie Wolf

Tullnerbacherin war in der Eliteklasse konkurrenzlos. Für Bruder Martin gab’s nur den Gerätetitel beim Sprung.

Erstellt am 20. Oktober 2021 | 00:23
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Trainerin Sissy Lahota warüberzeugt, dass Marie Wolf die 42-Punkte-Marke knackt. Sie sollte recht behalten und freute sich mit der Tullnerbacherin.
Foto: privat

Zur Landesmeisterschaft der Unionsvereine entsandte die Sportunion St. Pölten, der Heimatverein der beiden Tullnerbacher Turngeschwister Marie und Martin Wolf, eine stolze Zahl von 32 Athleten. Dabei konnte Marie (17) mit dem Landesmeistertitel Mehrkampf einen weiteren Titel in dieser Herbstsaison „einsacken“. Für Bruder Martin (15) gab’s nur den Vizemeistertitel. Er musste sich seinem Vereinskollegen Bruno Baccolini (17) geschlagen geben.

Zeitgleich kämpften an diesem Wochenende die beiden jedoch auch bei der NÖ Landesmeisterschaft der Geräte um die begehrten Einzeltitel. Dabei konnte Martin als amtierender Mehrkampf-Landesmeister nur den höchsten Titel am Sprung erringen. Erhofft hatte er sich eigentlich den Sieg am Boden.

„Ich hatte meine Kür im Vergleich zum letzten Wettkampf nochmals aufgefettet und einen zweiten Doppelsalto gebückt in die Kür aufgenommen“, war er topmotiviert. Doch das Zusatzelement endete mit einem Sturz, die Strafpunkte ließen die Konkurrenz vorbeiziehen.

Patzer an den Ringen und am Boden ärgern sehr

„Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit mir“, klagte Wolf nach dem Bewerb. „Es hätte eigentlich alles gepasst, ich war nicht nervös, und auch die Küren saßen eigentlich. Aber dann hatte ich blöde Fehler an den Ringen und eben am Boden.“

Zumindest ein wenig Licht am Horizont erkannte er am Ende doch: „Ich schraube meine Schwierigkeiten insgesamt endlich langsam höher, vor allem am Pferd ist mir das gelungen. Dafür hab ich aber so ungenau und schlampig geturnt, dass die Abzüge wieder alles zunichte machten“, schüttelt er den Kopf. LLZT-Cheftrainer Zelaya beruhigt: „ Geduld ist gefragt, aber die hat Martin nicht. Aber alles stabilisiert sich, wenn der Körper irgendwann sein Wachstum beendet“, ist er zuversichtlich, den jungen ÖFT-Juniorenkaderturner gut weiterentwickeln zu können.

Alle vier Landesmeister-Gerätetitel holte hingegen Marie Wolf — in NÖ diesmal konkurrenzlos — in Fortsetzung ihres Bundestitels vergangenes Wochenende nach Hause. Nicht viele für NÖ noch aktive Turnerinnen haben es nach über zehn Jahren Ausbildung in die höchste Wettkampfklasse geschafft.

Trainings- und Vereinskollegin Anna Panauer (16) ist nicht fit und die Mödlingerin Carina Fegerl (18) verzichtete auf einen Antritt aufgrund schulischer Belastung. Auch Klara Reisel (21) aus Gänserndorf meldet einen Ausstieg aus ihrer aktiven Karriere.

Wette mit Trainerin verloren, 42 Punkte erreicht

Zudem versucht sich Selina Kickinger (20) aus Böheimkirchen diese Woche als Debütantin bei ihrem lange erhofften ersten Einsatz mit dem Nationalkader bei der Weltmeisterschaft in Japan. Gemeinsam mit der nach Vorarlberg gewechselten Gänserndorferin Marlies Männersdorfer hat sie am Wochenende bereits das Abschlusstraining in der riesigen Halle absolviert.

Obwohl die Konkurrenz fehlte, riskierte Wolf nichts und nahm die noch nicht stabilen neuen Elemente aus den Küren. „Einiges war aufgrund des Geräteaufbaus vor Ort auch gar nicht möglich zu turnen“, fand sie. Die Konkurrenz lag mit 9 und 13 Punkten trotzdem weit abgeschlagen. „Ich habe eigentlich gegen mich selbst und eine halb ernst gemeinte Wette meiner Trainerin geturnt, dass ich trotzdem über 42 Punkte komme“, hat sie die Wette verloren, weil die Punkte erreicht. „Das hätte ich nicht erwartet“ freut sich die aktuelle Kapitänin der Union St. Pölten Kunstturnerinnen.