Ultraläufer gingen an ihre Grenzen. Die Extremsportler leisteten am Wochenende bei Distanzrennen durch den Wienerwald Unmenschliches.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 03. Oktober 2018 (01:52)
Ernst Jauck
Beim Start am Samstagmorgen um sieben Uhr ging es vom Hauptplatz los. Das Wetter spielte zum Glück mit, zumindest herrschten perfekte Bedingungen, um die Strapazen gut bewältigen zu können.

Purkersdorf stand am Wochenende ganz im Zeichen des Ultra-Trails, des größten Laufevents, den die Stadt jemals gesehen hat. Mehr als 400 Extremläufer kämpften über unterschiedliche Distanzen und Altersklassen um den Sieg.

Perfekte Bedingungen bei der Premiere

Die längstmögliche Strecke für die Ultraläufer im Angebot betrug unvorstellbare 100 Meilen, also exakt 161 Kilometer. Dazu waren auf der Strecke im Wienerwald 5700 Höhenmeter zu bewältigen. Wenigstens das Wetter spielte bei dem Bewerb mit, der bei seiner Premiere in Ostösterreich gleich als Staatsmeisterschaft vom österreichischen Ultralaufverband gewertet wurde. Keine Wolke war den ganzen Tag über am Himmel zu sehen, der Wind blieb vernachlässigbar, und auch die Temperatur zeigten sich am Tag stets im angenehmen Bereich. Nur nach Sonnenuntergang wurde es doch empfindlich kalt. Wer bis Sonntagmorgen durchlaufen musste, der bekam sogar Minusgrade zu spüren!

Bosnjak lief wie ein Uhrwerk zum Sieg

Thomas Bosnjak von der Austrian Trail Running Association zeigte beim Titan-Bewerb seine Extraklasse. Der M-40-Läufer bewältigte die 100 Meilen in 17:55:34,3 Stunden, kam somit noch vor ein Uhr nachts ins Ziel. „Die Bedingungen waren einfach optimal“, meinte der neue Staatsmeister zufrieden. Bosnjaks Durchgangszeiten über 50 und 100 Kilometer waren sogar schneller als jene des 100-km-Siegers Klaus Hämmerle. Der Lustenauer sah in 11:44:36,5 das Ziel — Bosnjaks Durchgangszeit bei 100 Kilometer lautete 11:09:02,2.

Marlene Trenker
Die 100-Meilen-Helden Thomas Bosnjak (Mitte), Bernd Zwinger und Florian Huber wurden am Sonntagabend von Purkersdorfs Politprominenz im Stadtsaal geehrt. Andreas Kirnberger, Stefan Steinbichler, Albrecht Oppitz und Michael Seda (v. l.) gratulierten.

„Ich hab aber eine falsche Abzweigung genommen, und musste zusätzlich rund drei Kilometer zurücklaufen“, meinte Hämmerle, der erst kurz vor dem Ziel die Zweit- beziehungsweise Drittplatzierten, die dann Hand in Hand durchs Ziel liefen, zurücküberholen konnte.

Der Gablitzer Karl Heinz Riegl (M 50) war in 15:53:10,3 schnellster Bezirksläufer über 100 Kilometer, Purkersdorfs Helmut Tschellnig schnellster M-60-Athlet (17:50:05,9). Über 50 Kilometer dominierte der Tscheche Vojtech Boril (4:44:18,6), sein jüngerer Bruder beherrschte den 12,5-km-Lauf. LCW-Obmann Werner Fürnkranz gewann auf der Diamantstrecke die M-40-Klasse und wurde Gesamt-Zweiter. (5:01:39,7). Der Purkersdorfer Triathlet Sebastian Czerny siegte auf der Speedstrecke in 1:37:06,2 Stunden, seine Lebensgefährtin Dominique Lothaller war bei den Damen eine Klasse für sich. „Dabei sind wir heuer wegen dem Hausbau nicht zu allzu viel Training gekommen“, lachte Czerny verschmitzt.