Sensationelles Finale für den SKN St. Pölten in Wels. In den letzten 51 Sekunden holen die St. Pöltner in Wels sechs Punkte auf und siegen mit der Schlusssirene.

Von Manuel Burger. Erstellt am 13. Januar 2021 (01:47)
NOEN, Public Domain CC0

WELS – ST. PÖLTEN 83:85. Nach der Wahnsinnspartie gegen Oberwart setzte der SKN in Oberösterreich noch einen drauf. Schilder krönte sich mit einem verwerteten Korbleger in der letzten Sekunde zum gefeierten Matchwinner. Davor hatten Böck mit drei verwandelten Freiwürfen und Oikonomopolous per Dreier das unglaubliche Comeback in der letzten Minute eingeleitet. „Es gibt wenige Mannschaften, die schon so viele knappe Spiele gewonnen haben wie wir“, freute sich SKN-Headcoach Andreas Worenz.

„Es war glücklich, aber wir haben es trotzdem verdient, weil wir in der zweiten Halbzeit super gespielt haben.“ Dabei lagen die Landeshauptstädter in der ersten Halbzeit zwischenzeitlich schon mit 18 Punkten hinten (29:47). Weil der SKN schwach ins Spiel gestartet war und sich schon nach 160 Sekunden ein 0:9 eingehandelt hatte. Nach acht Minuten war Wels gar mit 17 Zählern vorne (23:6). Die Gastgeber zeigten die nötige Aggressivität und dominierten den Rebound. Wie im ersten Viertel kassierten die Gäste auch im zweiten Abschnitt 25 Punkte und handelten sich frühe Foulprobleme ein. So hatte Schilder schon in Minute 18 vier Fouls am Konto! „Wir haben den Start verschlafen“, schildert Worenz.

Auch drittes Viertel verlief noch schleppend

Nach der völlig verkorksten ersten Hälfte kam St. Pölten auch im dritten Viertel nur schwer in die Gänge. Profitierte aber davon, dass bei Wels der Faden dank der starken Defense der Landeshauptstädter komplett riss. In neun Minuten gelangen nur sechs Punkte, wohingegen der SKN immer mehr auftrumpfte. Kurz vor Ende der Periode ging St. Pölten tatsächlich zum ersten Mal in Führung, entschied die dritten zehn Minuten mit 25:8 für sich.

Doch Wels fing sich im letzten Viertel und hatte die Nase leicht vorn. Erneut fingen sich die Gäste Foulprobleme ein. Oberwart-Matchwinner Krayem musste 140 Sekunden vor Schluss mit dem fünften Foul raus. Nach zwei Ballverlusten lag man mit 77:83 hinten. Ehe Krayems Kollegen Verantwortung übernahmen und den Sieg an sich rissen. Allen voran Böck, der vor seinem Freiwurftriple noch zwei Dreier versenkte. So kam St. Pölten doch noch jenseits der Dreierlinie zum Erfolg, nachdem man von den ersten 17 Distanzwürfen nur drei getroffen hatte. Da fielen auch die beiden verworfenen Freiwürfe von Böck in der Crunchtime nicht ins Gewicht, weil sich Wonisch den wichtigen Rebound sicherte und Oikonomopolous entscheidend bediente. Böck sorgte schließlich auch für den Assist zu Schilders Gamewinner.

Kurios: Schon in der vergangenen Saison hatte St. Pölten in Wels mit der letzten Sekunde gewonnen, damals versenkte der derzeit verletzte Lewis einen wilden Dreier zum Sieg. Im Sportzentrum hatte der Welser Ray im „Hinspiel“ ebenfalls mit dem letzten Wurf für den Erfolg gesorgt, nun drehte St. Pölten den Spieß um. Es waren die nächsten zwei wichtigen Punkte gegen einen direkten Konkurrenten um einen Platz in der Platzierungsrunde der Top sechs und die damit verbundene direkte Play-off-Qualifikation. Noch dazu wurde damit das direkte Duell gegen Wels gewonnen.