SKN St. Pölten erreicht erstes Ziel. St. Pölten ist mit Sieg über Gmunden für die Play-offs qualifiziert.

Von Manuel Burger. Erstellt am 20. Januar 2021 (01:56)
Alle sprechen in der NBA derzeit von „The Beard“ Harden. St. Pöltens Holländer Logan Schilder mit dem charismatischen Bart war unter dem Korb von Gmunden aber ebenso wenig zu zähmen.
Wolfgang Mayer

ST. PÖLTEN – GMUNDEN 82:71. Trotz eines 39:46-Pausenrückstands stand ein St. Pöltner in der ersten Halbzeit im Mittelpunkt: Logan Schilder. Der Holländer versenkte seine ersten zehn Würfe aus dem Feld, hatte schon nach etwas mehr als sieben Minuten 14 Punkte am Konto und zur Pause 20. Einzig seine beiden Freiwürfe ließ er liegen.

Auch Omar Krayem war einer der Spieler aus Hälfte eins: 13 Punkte, allerdings mit vier von insgesamt sechs SKN-Ballverlusten im ersten Abschnitt. Nach einer 20:17-Führung drehte Gmunden gegen Ende des Eröffnungsviertels das Blatt — 25:20 in einer munteren Partie. Auch im zweiten Viertel ging es flott weiter. Erst in Minute 13 scorte nach Schilder und Krayem der dritte SKN-Akteur. Nach einem 30:29 für St. Pölten trafen aber bis zum Seitenwechsel nur mehr die Gäste, lagen zwischenzeitlich 12 Punkte vorn (44:32).

Im zweiten Durchgang kassierte Florian Trmal früh sein zweites technisches Foul und musste das Feld verlassen (23.). Aber nicht mehr in der Spur war fortan Gmunden. In knapp sechs Minuten gelang den Gästen nur ein Freiwurf-Punkt. Zunächst konnte St. Pölten diese Nachlässigkeit nicht nützen, da auch nur sechs Zähler gelangen. Doch der SKN fand zurück ins Spiel und klopfte schon am Ende des Viertels mit einer einmaligen Führung (56:55) an. Mit 17:11 wurde der Abschnitt gewonnen, richtig geigte man dann aber in den letzten zehn Minuten auf. Mit einem 12:0-Lauf zog man von 62:61 auf 74:61 uneinholbar davon. Fast jeder Angriff saß!

„Es war eine unglaubliche Performance, wir haben super verteidigt“

Schilder (ohne die angeschlagenen Cutuk und Mbemba unter dem Korb Alleinherrscher und durchgehend am Feld) erhöhte sein Konto auf 30 Zähler, auch Lukas Böck wurde offensiv zum Faktor und erzielte alle seine neun Punkte im Schlussviertel. 71 Prozent bei den Zweiern und ein 43:25 in Hälfte zwei ebneten für den SKN den Weg zur Play-off-Qualifikation.

„Es war eine unglaubliche Performance, wir haben super verteidigt“, war SKN-Headcoach Andreas Worenz glücklich.

OBERWART – ST. PÖLTEN 78:71. In St. Pölten hatte Lewis-Ersatz Krayem seinem neuen Team gegen Oberwart mit einem Gamewinner den Sieg geschenkt. Bei der Nachtragspartie im Burgenland war der Guard nicht spielberechtigt, weil er zum ursprünglichen Termin noch nicht im SKN-Kader stand.

Neben Lewis und Krayem fehlte auch Trmal krankheitsbedingt. Cutuk stand nach einer in Wels erlittenen Handverletzung nur wenige Minuten auf dem Feld. Trotzdem erwischten die Gäste, die nur auf eine Sieben-Mann-Rotation zurückgreifen konnten, einen guten Start. Nach einem 9:0-Lauf führte St. Pölten mit sechs Punkten (11:5). Sieben Ballverluste im ersten Viertel sorgten aber dafür, dass die Gunners mit einem 22:19 in die erste Pause gingen. Im zweiten Abschnitt lag der SKN zu Beginn mit acht Zählern hinten (19:27), kam später aber mit acht Punkten in Folge zurück. Schwächen am Defensivrebound verhinderten eine Halbzeitführung (36:40).

Angeführt von Topscorer Oikonomopoulos (26 Punkte) lieferte St. Pölten ein starkes drittes Viertel ab (23:19). Somit ging es mit 59:59 in die letzten zehn Minuten. In diesen gelangen aber fast vier Minuten keine Punkte. Oberwart, das in der ersten Halbzeit 19 von 26 Dreierwürfen verlegte und fortan seine Bemühungen aus der Distanz praktisch einstellte, gelang ausgerechnet durch zwei erfolgreiche Dreipunktwürfe die späte Entscheidung. Auch weil es St. Pölten in der Schlussminute zweimal verpasste bei 71:76 „von draußen“ zu verkürzen.

„Ein Sieg wäre drinnen gewesen. Oberwart war glücklicher, die Dreier haben uns weh getan“, schildert Worenz. „Aber wir haben bis zum Schluss gekämpft und solide gespielt.“