Nur Sturz stoppt Conny Holland bei Staatsmeisterschaft. Ein Malheur in der Auftaktrunde kostet Wilhelmsburger Toptalent die Chance auf den Querfeldein-Staatsmeistertitel. Aber auch Rang zwei hinter Seriensiegerin Heigl ist stark.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 20. Januar 2021 (01:25)
Cornelia Holland wird bei Staatsmeisterschaften Zweite.
ÖRV

Letzte Woche wurden in Neusiedl/Waidmannsfeld die Österreichischen Meisterschaften Querfeldein ausgetragen. Während es für die 24-jährige Klosterneuburgerin Nadja Heigl bereits der achte Titel im Cyclocross war, verteidigte Federspiel seine im Vorjahr erstmals eroberte Goldmedaille bei den Herren hauchdünn.

„Aufgrund der geringen Starteranzahl bei den Frauen war unser Rennen leider nicht sehr spannend“, schildert die 18-jährige Wilhelmsburgerin Conny Holland, die mit 1.25 Minuten Rückstand den zweiten Platz vor der Korneuburgerin Nadja Klien holen konnte.

Enttäuscht war Holland, die im Vorjahr zusammen mit Klien Österreichs Farben bei der Junioren-WM vertreten hatte, dass sie Heigl schon recht früh ziehen lassen musste. „Bereits in der ersten Runde bin ich nach einem dummen Fehler in einer technischen Passage abgerissen, weil es mich geworfen hat“, ärgert sie sich über das dadurch entstandene „Loch“, das für sie dann nicht mehr zu schließen war. „Heigl hat natürlich sofort voll draufgedrückt und ab dem Zeitpunkt war das Rennen ziemlich einsam - also Heigl vorn, dann ich und hinter mir eine riesige Lücke“, klagt Holland. „Ich glaube zwar nicht, dass ich ohne den Zwischenfall gewonnen hätte, doch wäre das Rennen deutlich spannender geworden und wir hätten ein härteres Battle gehabt“, ist sie überzeugt, obwohl die Vorbereitung alles andere als optimal gewesen sei.

„Ich habe beim Rennen schon auch deutlich gespürt, dass ich eine intensive Einheit im Moment nicht gewohnt bin, da über die letzten paar Wochen, ja sogar Monate, das Grundlagentraining im Vordergrund stand und sonst keine Rennen waren“, erzählt Holland, die im Herbst sogar eine Covid-19-Erkrankung auskurieren musste. „Ich war mit leichten Symptomen sogar zwei Wochen außer Gefecht“, erzählt die Schülerin des Gymnasiums in Lilienfeld, die heuer die Maturaklasse besucht.

Trotz Matura beginnt im Feber das harte Training

Trotzdem will sie mit dem intensiven Training im Februar beginnen, um beim Mountainbike-Saisonstart Ende März gut vorbereitet zu sein. Hier ortet sie auch einen großen Unterschied zu Heigl. „Die fährt auch die Cross-WM anfang Februar, also hat sie sich doch spezieller auf das Rennen vorbereitet! Den Umständen entsprechend — fehlendes Intensivtraining und minimale Trainingsstunden am Rad aufgrund fehlender Zeit wegen dem Schulstress — fand ich meine Leistung daher nicht so schlecht“, freut sich Holland auch über die Silbermedaille.

Anfang Februar wird sie mit Bruder Michael auch wieder für zwei Wochen nach Gran Canaria fliegen, um sich optimal auf die Saison vorbereiten zu können. Michael war bei der ÖM natürlich auch am Start und ihm ist es als Gesamtsiebenter sehr gut gegangen. Zudem war er bester U-23-Fahrer, eine Wertung, die es in Österreich aber nicht mehr gibt. „Bis zur letzten Runde bin ich in der Elite sogar um den vierten Platz mitgefahren, am Ende haben mir 25 Sekunden gefehlt“, erzählt er. Michi muss sich seinen Unterhalt mit einem 30-Stunden-Job verdienen. „Meistens sind es aber über vierzig Stunden, weshalb ich mit dem Training ständig hinterherhinke“, bedauert er.

Neben den Holland-Geschwistern war bei den Querfeldein-staatsmeisterschaften auch der St. Pöltner Patrick Grasl vom ARBÖ headstart ON Fahrrad in der Kategorie Eliteam Start. Für Grasl war es das erste Rennen seit September, und das bei eisigen Temperaturen am schweren 2,8-km-Kurs. „Da ich mich voll auf die Straßensaison konzentriere, wurde das Crosstraining heuer eher in den Hintergrund gerückt. Trotzdem konnte ich mich mit Rang 14 in der Elite ganz gut halten“, meinte er zufrieden.

Letzten Samstag ging Grasl dann auch beim vierten Bewerb zur E-Cycling League Austria an den Start. Die Herren hatte dabei einen 15 km langen virtuellen Rundkurs mit 220 Höhenmetern dreimal zu bewältigen. Der lange Anstieg, welcher in jeder Runde gefahren werden musste, verlangte den Teilnehmern einiges ab. „Ich konnte mich trotzdem mit dem Kurs anfreunden und erreichte am Ende für einen baumlangen Sprinter den guten 47. Platz“, meinte er. Sein Fazit: „Auch im E-Sport sind die Anstiege wie im Freien – nämlich schwer!“