Blum will Hajdú zum St. Pöltner Falken machen. Vorstand Werner Blum will helfen, die „Regionalliga“ zu durchtauchen. „Führungsspieler gehören an die Seite der Toptalente!“

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 12. Mai 2021 (01:16)
Keine halben Sachen mehr: Sponsor Werner Blum (l.) erklärt Obmann Michael Kögl seine Bedingungen.
NOEN

Die Saison fand nun doch im Viertelfinale ein abruptes Ende für die Falken. Der Aufstiegstraum ist ausgeträumt! Vor allem im ersten Spiel gegen Hollabrunn hat das Team aber gezeigt, dass es mit Hollabrunn spielerisch durchaus mithalten kann. Was hat heuer am Ende doch noch gefehlt?
Werner Blum:
Im zweiten Viertelfinalmatch hat das Spiel über die Flügel leider überhaupt nicht geklappt, zudem war Meleschnig im Tor der Gäste wirklich überragend. Aber auch wenn unser Legionär Danijel Arapovic in der Verteidigung stark spielte, hat mir gefehlt, dass er in entscheidenden Momenten auch im Angriff die Verantwortung übernimmt. EinSpieler seines Kalibers muss dann selbst die Würfe riskieren und darf nicht an die jungen Spieler delegieren. Die wurden dann, wie etwa Jan Neumaier, von den Hollabrunnern im zweiten Spiel „gelesen“ und klar neutralisiert.

Sie möchten einen neuen Legionär für die geteilte 2. Bundesliga holen?
Ich möchte fast von zwei Bedingungen sprechen, damit ich in den Vorstand einziehe. Einerseits müssen wir die Funktionärsriege viel breiter aufstellen. Dazu gehört eine genaue Aufgabenteilung. Mir ist klar, dass Obmann Michi Kögl den Klub übernommen hat, als er sportlich und finanziell am Boden lag. Er hat es auch im Blut, dass er sogar die Transparente am Spieltag auf- und abhängt. Das ist bewundernswert, aber wenn wir in die spusu-Liga wollen, oder wie auch immer die HLA künftig heißen wird, dann gehört professioneller agiert. Und als Zweites benötigen die jungen Spieler an ihrer Seite Führungsspieler, wie es etwa Gabor Hajdú bei den Kremsern derzeit immer noch ist.

Ist das finanziell realistisch? Gibt es Sponsoren für ein solches Kaliber, speziell jetzt, wo der Aufstieg nicht gelungen ist?
St. Pölten hat viel Potenzial im Handball! Mich erinnert die Situation ganz stark an die Zeit in Krems, als ich dort als Sponsor eingestiegen bin. Die jungen Talente sind da, aber sie müssen im Klub gehalten werden. Dazu ist die Perspektive wichtig, sofort aufzusteigen, um dieser Regionalliga, und mehr ist es nicht, wo wir da nächstes Jahr nach der Ligareform „rumgurken“, zu entkommen. Ich habe vorgefühlt und es gibt auch Unternehmer die Handball-Fans sind und in der HLA gern dabei wären. Ich denke an einen Richard Mader von der Fahrschule Sauer etwa, aber auch andere. Und Gabor habe ich als Spieler schon nach Krems gelotst, ich krieg‘ ihn von dort auch los! Mit 31 Jahren ist er im besten Handballalter und sicher noch für zwei, drei starke Saisonen gut. Ja, er ist mein Wunschspieler und dazu wäre ein Linkshänder wichtig, aber die sind schwer zu finden. Aber man muss groß träumen!

St. Pölten hat viel Potenzial im Handball!

Es war die erste Saison von Damir Djukic als Trainer in St. Pölten. Er macht jetzt den A-Trainer-Schein, „um noch besser zurückzukehren“, wie er sagt. Wie hat Ihnen sein Arbeitsstil gefallen?
Es war beeindruckend, wie er sich den Allerwertesten aufgerissen hat, das muss man so sagen. Für das niedrige Salär kriegt man sowieso keinen besseren, aber wie er den Draht zu den jungen Spielern gefunden hat, war großartig.

Leider hat er als Spielertrainer nicht funktioniert …
Aber das hat mich nicht überrascht. Dass das Experiment so endet, war für mich fast klar, zumal er auch nicht gut gespielt hat. Aber toll war, wie er danach das Steuer herumgerissen hat. Er hat Ahnung vom Handball! Damir war es ja auch, der mich angerufen und gefragt hat, ob ich mich nicht im Klub engagieren will. Ich wollte da eigentlich gerade gar nichts wissen vom Handball, aber er hat auch ihn mir das Feuer wieder geweckt.