Meisterzug fährt ohne St. Pöltner Union-Damen weiter. St. Pöltner Bundesligistinnen müssen sich auch in Hollabrunn knapp geschlagen geben. Titel gerät außer Reichweite.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 03. März 2021 (00:59)
Auch Zweier-Torfrau Magdalena Pfeffel kam zum Einsatz, konnte die Niederlage der St. Pöltnerinnen aber nicht verhindern.
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HOLLABRUNN - ST. PÖLTEN 24:22.  Nach der letztwöchigen Niederlage gegen Korneuburg durften die St. Pöltnerinnen keine Punkte mehr abgeben, um die Chance auf den Meistertitel zu wahren. Vor allem aber wollten die St. Pöltnerinnen gegen den UHC wieder den Spielfluss finden.

Schon in der Hinrunde hatte man sich gegen die sehr kompakt spielenden Hollabrunnerinnen schwer getan, letztlich aber mit einem Tor Unterschied gewonnen. „Diesmal wollten die Mädels von Anfang an alles geben, entsprechend nervös starteten sie ins Spiel“, erzählt Sektionsleiter Gerhard Halm.

Einige haben zu viel gewollt, sich selbst zu viel Druck gemacht. Zu viele Topchancen blieben ungenützt – das ist keine Frage der Technik oder des Trainings, das passiert im Kopf.“ Union-Trainerin Rita Varga-Borbás

Birgit Wagner wurde verletzungsbedingt erneut nicht eingesetzt, dafür war im Abwehrzentrum Lajla Alkic wieder spielbereit. Nach 13 Minuten stand es trotz drei verworfener Siebenmeter und zwei Zeitstrafen gegen St. Pölten noch 3:3. Doch Melissa Begovic erwischte einen rabenschwarzen Tag und konnte sich nur mit einem einzigen Tor aus einem Strafwurf in die Torschützenliste eintragen.

Trainerin Rita Varga-Borbás sah sich schon früh gezwungen für die Jugendnationalteamspielerin mit Patricia Buznean ein anderen Talent von der Bank zu bringen. Die nutzte ihre Chance, übernahm Verantwortung, erzielte insgesamt neun Tore und die St. Pöltnerinnen sorgten trotz weiterer drei Zeitstrafen zunächst für eine vielversprechende 7:4-Führung (19.).

Bis zur 26. Minute blieb man in Front, doch dann nutzten die Hollabrunnerinnen die zahlreichen technischen Fehler der Gäste ihrerseits zur 12:10-Pausenführung.

Auch in der zweiten Hälfte war das Spiel ausgeglichen. Allerdings musste Alkic nach der dritten Zeitstrafe auf die Tribüne (40.). Varga-Borbás versuchte durch Positionsrochaden zu kompensieren, doch die Hollabrunnerinnen kamen nun zu einfachen Toren, zumal drei weitere Zeitstrafen folgten. Neun Minuten vor Schluss ging St. Pölten durch Mateja Urch trotzdem noch ein letztes Mal in Front (20:19). Der Schlussoffensive Hollabrunns beim Stand von 22:22 (58.) hatten sie aber nichts mehr entgegenzusetzen.

„Positiv war, dass U-16-Spielerin Buznean ihre Chance genutzt hat. Sie hat mutig gespielt und wichtige Tore gemacht“, hob Varga-Borbás die Jüngste im Team hervor, auch wenn ihren neun Toren noch viele technische Fehler gegenüberstanden. „Das ist normal in ihrem Alter, aber einige Leistungsträgerinnen haben heute zu viel gewollt, sich selbst zu viel Druck gemacht“, ärgert sie sich über vier vergebene Strafwürfe. „Auch sonst blieben Topchancen ungenützt – das ist keine Frage der Technik oder des Trainings, das passiert im Kopf.“

„Positiv war, dass U-16-Spielerin Buznean ihre Chance genutzt hat. Sie hat mutig gespielt und wichtige Tore gemacht“

Halm sieht den Zug in die WHA damit abgefahren. „Realistischerweise ist der Aufstieg für uns kein Thema mehr“, erwartet er keine Umfaller von Korneuburg und Tulln. „Jetzt geht es darum, uns zu konsolidieren und die nächste Saison vorzubereiten.“ Varga-Borbás will er weiterarbeiten lassen. „Sie hat einen guten Draht zu den jungen Spielerinnen und trägt unsere Philosophie, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen, voll mit.“