Remis nach viel Dramatik für St. Pöltener Falken . Auswärts-Krimi beim Aufsteiger WAT Fünfhaus sieht keinen Sieger. Falken schwächeln im Finish.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 15. September 2021 (01:45)
Am Donnerstag startet die Handball-EM der Männer
Symbolbild
APA (Archiv/AFP)

Beim Aufsteiger Koppensteiner WAT Fünfhaus wollten die St. Pöltener Falken nach der Auftaktniederlage gegen den Titelmitfavoriten Korneuburg voll anschreiben. Allerdings gelang dies der Djukic-Truppe nur bedingt. Obwohl es doch recht lange tatsächlich nach einem Auswärtssieg für St. Pölten ausgesehen hatte. Vor allem weil die junge Truppe ohne Legionär viel beherzter auftrat, als noch bei der Auftaktschlappe.
Nach sechs Minuten führten die Falken bereits mit 4:1, nach nochmals sechs Minuten war zwar zunächst der Ausgleich wieder hergestellt (6:6) und Fünfhaus ging sogar kurz in Front (8:7), doch die St. Pöltner gaben dann nochmals Gas und sorgten erneut für einen 3-Tore-Vorsprung. Auch zur Pause stand es 14:11 und erst beim Stand von 17:14 kippte erneut die Partie. Vor allem Abwehrchef Martin Zettel, der auch offensiv viel Spielzeit hatte, kam im Finish unter Druck.
Nervenflattern im Finish auf beiden Seiten

Beim Stand von 19:19 (50.) begannen die Nerven auf beiden Seiten richtig zu flattern. Nochmals ging St. Pölten in Front und erst fünf Minuten vor dem Ende erzielten die Hausherrn wieder den Ausgleich (22:22), gingen dann sogar in Führung und am Ende hatte St. Pölten Glück. Nachdem man etliche Chancen in Überzahl vergeben hatte, gelang 15 Sekunden vor dem Ende gegen die im zweiten Durchgang immer effizienter werdenden Wiener Johannes „Jojo“ Kral doch noch der Treffer zum allerdings mehr als verdienten 23:23. Damit konnte der zweite Erfolg von Fünfhaus, nach dem überraschenden Auftaktsieg gegen Hollabrunn, verhindert werden.

Die Falken haben es aber verabsäumt, den Ausschluss von Flügelflitzer Jan Amberger (47.) für sich zu nützen. Im Gegenteil: Ausgerechnet Ersatzmann und Youngster Gabriel Kofler sorgte für den Aufschwung im Fünfhauser Spiel. Und fast wäre ihm mit der Schuss-Sirene noch der Siegwurf gelungen, doch der überragende Falken-Goalie Mark Hübner war am Posten. Allerdings auch sein Pendant bei den Wienern, Goalie Kirchknopf, zeigte eine extrem starke Leistung, zog beispielsweise bei 23:22-Führung den Falken fast den Nerv mit einer herrlichen Doppelparade.

„Am Ende müssen wir uns beim Tormann bedanken, dass er gehalten hat!“

Fünfhaus-Trainer Roland Eberl zeigte sich nach dem neuerlichen Punktgewinn durchaus zufrieden. „Wir haben Moral nach minus 4 gezeigt“, lobte er das Comeback seiner Jungs.
Weniger glücklich schaute Falken-Coach Damir Djuic nach dramatischen 60 Minuten aus der durchgeschwitzten Wäsche. „Es war ein katastrophales Überzahl-Unterzahl-Spiel von uns“, klagte er. „Am Ende müssen wir uns beim Tormann bedanken, dass er gehalten hat!“

Beste Werfer der Falken war einmal mehr Matthias Bruckner vom Flügel (6). Bei Fünfhaus war mit Severin Lampert (10) aber der dominante Goalgetter des Spiels am Platz. Beide wurden als Man of the match ausgezeichnet.
Weiter geht es für die Falken am Samstag erneut auswärts, bereits das dritte Mal in Folge! Und die Aufgabe wird nicht leichter, denn es wartet Leoben in der Donawitzer Sporthalle (19 Uhr).

Die Heimpremiere rückt endlich näher

Erstmals daheim im Sportzentrum NÖ anfeuern kann man die Falken am 25. September gegen HIB Großschädl Stahl Graz (19 Uhr). Das Future-Team spielt dann bereits um 17 Uhr. Und beim zweiten Heimspiel am Sonntag, dem 3. Oktober, ist ein Wechsel in die Prandtauerhalle nötig, um nicht schon wieder einen Platzwahltausch durchzuführen. Dann kommt WAT Atzgersdorf (18 Uhr, Future 16 Uhr).