St. Pölten

Erstellt am 27. November 2018, 02:06

von Claus Stumpfer

Unnötige Niederlage gegen den Zweiten. Lange Zeit sah es nach Fortsetzung des Falken-Erfolgslaufs aus. Technische Fehler im Finish verhindern Sensation.

Zum „Man of the match“ wurde von den Gästen auf Falken-Seite Kevin Wieninger (Mitte) gewählt. Trainer Janos Frey ärgerte sich aber im Finish über ein unnötiges Foul seines Spielmachers, das die Niederlage endgültig besiegelt hat.  |  Claus Stumpfer

Der Abstecher in die Prandtauerhalle hat sich zumindest in puncto Zuseher für die Falken ausgezahlt. Rund 200 sorgten für tolle Stimmung. Offenbar eine Motivationsspritze für die Frey-Truppe, denn von Anfang an legte sie gegen den Tabellenzweiten aus der Steiermark richtig los. Schon nach drei Minuten führten die Hausherrn 3:1. „Die letzten Erfolge haben den Spielern Selbstvertrauen gegeben, sodass sie jetzt befreit aufspielen“, sah das Obmann Michael Kögl zunächst gerne.

Und dabei agierte Bruck die längste Zeit mit einer 4:2-Deckung, die bekanntermaßen den St. Pöltnern nicht behagt. Am meisten Probleme bereiteten aber Kreisläufer Pelko Sikosek der Falken-Abwehr um Thomas Zettel . „Er ist sowohl als Schütze, wie auch als Vorbereiter ihr um und auf“, zeigte sich St. Pöltens Trainer Janos Frey aber nicht überrascht.

Weniger vorbereitet war man auf die tolle Torhüterleistung bei den Gästen. Luka Marinovic hatte zuletzt wenig Spielzeit, wurde aber von Minute zu Minute besser. Zum Glück erwies sich aber auch Mark Hübner auf Falken-Seite, wie zuletzt immer, als kaum zu biegen. Ein Low-Score-Game war die logische Folge.

Chancenausbeute war das große Manko

Immer wieder konnten die Falken die Gäste anfangs zu technischen Fehlern zwingen, was ihnen Tempogegenzüge ermöglicht hat. Einzig die Torausbeute war mangelhaft, auch Überzahlsituationen wurden selten genützt. So stand es nach 23 Minuten „nur“ 8:8.

Danach geraten die Heimischen sogar erstmals in Rückstand. Doch bis zur Pause hilft den Falken auch Spielglück zu einer 13:10-Führung. Die Sensation schien zum Greifen nah, die Brucker wirkten alles andere als ein Topteam. Und bei den Fans begann die Rechnerei. Die Teilnahme am oberen Play-off schien unverhofft wieder näher zu rücken.

Die Falken kamen auch stark aus der Kabine, erhöhten auf 15:11 (33.). Doch danach nimmt das Drama seinen Lauf. In der 37. Minute steht es plötzlich nur mehr 15:14. Marinovic hatte drei Flügelwürfe sensationell pariert, und auch Kral war mit einem Rückraum-Schuss gescheitert. Dazu kamen nun auch bei den St. Pöltnern Ballverluste durch technische Fehler. Und Schildhammer sollte in weiterer Folge auch seinen ersten von zwei Siebenmeter vergeben. Es folgte der Ausgleich der Gäste — 15:15 (38.).

Noch einmal ziehen die Falken auf 18:16 davon (44.), doch nach einem Time-out der Gäste geht plötzlich nichts mehr. Hektik greift bei den Falken um sich und nach dem 18:19 (53.) beginnt die Partie endgültig zu kippen. Auch ein Time-out von Frey kann nichts mehr daran ändern. Beim Stand von 19:22 (58.). sind alle Messen gesungen, die routinierten Brucker geben die Führung nicht mehr aus der Hand. „Wir haben es verabsäumt, den Gästen den Todesstoß zu verpassen, und sind bestraft worden“, weiß Kögl aber, dass bei einem jungen Team auf und abs normal sind. Beim nächsten Spiel in Trofaiach ist ein Sieg aber Pflicht, will man nicht zurück in den Abstiegssumpf.